Die Polizei ermittelt

Schon wieder Drohung an Tafel: Unterricht an Münchner Schule endet vorzeitig - Spurensicherung rückt an

Polizisten bewachen den Eingang der Schule.
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Polizisten bewachen den Eingang der Schule.

So sollte die erste Schulwoche nicht ablaufen. Am Luisengymnasium endete der Unterricht am Donnerstag vorzeitig. Denn Menschen waren in Gefahr.

München - Große Aufregung herrscht am Donnerstag am Städtischen Luisengymnasium in der Maxvorstadt*: Schüler strömen aus dem Haus, gehen heim – und das nicht etwa am Mittag, sondern bereits um kurz vor 11 Uhr. Der Schultag ist beendet. Hintergrund: Auf einer Tafel in einem Klassenzimmer der Unterstufe steht eine Morddrohung gegen die Lehrer der Schule geschrieben.

Und das bereits den zweiten Tag in Folge. Am Mittwoch hatte die Drohung gar noch einen antisemitischen Hintergrund. „Wir hassen alle Lehrer, alle Lehrer gehören vergasst wie die Juden!“ Dieser Text mitsamt Rechtschreibfehler prangte am Mittwoch an der Tafel. Am Donnerstag geht es ebenfalls um den Tod der Lehrer.

München: Nach Drohungen an Tafel - Polizei ermittelt am Luisengymnasium

An Unterricht ist nicht mehr zu denken. Vor dem Eingang der Schule parkt ein Polizeiwagen, Männer in Uniform stehen an der Türe. „Es gab eine Durchsage, dass es eine unklare Bedrohungssituation gegen die Lehrer gibt“, sagt eine Mutter – mehr wisse sie nicht. „Interessanter Schultag“, sagt eine Jugendliche zu ihrer Freundin. Aus der Schule dröhnt eine Durchsage: „Alle Lehrer sollen um 11.10 Uhr ins Lehrerzimmer kommen zur Besprechung.“

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, die Spurensicherung kommt vorbei. Das Bildungsreferat teilt auf Nachfrage mit: „Beide Vorfälle werden in der Schule thematisiert und aufgearbeitet, auch mit Unterstützung des schulischen Beratungsteams und der Jugendbeamt*innen der Polizei.“ Vor allem den Fünftklässlern – gerade erst auf der neuen Schule – dürfte der Vorfall nahe gehen.

„Bei dieser Tat handelt es sich nicht um einen dummen Streich“

Auch Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes ist erschüttert. „Bei dieser Tat handelt es sich nicht nur um einen dummen Streich – das ist ein schwerer Tatbestand und muss rechtlich verfolgt werden! Hass und Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer haben zugenommen.“ Da müsse klare Kante gezeigt werden, fordert sie, von der Politik, der Justiz und von der Gesellschaft.

Trotz aller Aufregung am dritten Schultag nach den Ferien soll der Unterricht am Luisengymnasium am Freitag wieder wie gewohnt stattfinden. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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