Unterschleißheim: Rentner (67) hält Ex-Freundin gefangen

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Die geborstene Tür des Ladenlokals

Unterschleißheim - In Trainingsanzug und Schlappen, tränenüberströmt, mit einer langen Schnittwunde am Hals und am ganzen Leibe zitternd:

In diesem Zustand stürzte am Freitag um 10.30 Uhr eine Frau durch den Hintereingang in den Friseurladen von Anja Sadnik (33) in der Raiffeisenstraße in Unterschleißheim. Die Frau (60) war so erregt, dass Anja Sadnik zunächst nur Bahnhof verstand: „Rufen Sie die Polizei. Aber er darf sie nicht sehen. Mein Ex will mich umbringen. Er hat Waffen“, stammelte sie. Anja Sadnik schloss die Tür ab und wählte den Notruf 110.

SEK und Polizei riegeln Unterschleißheim ab

Während die beiden warteten und Friseur-Hund „Spur“ sich instinktiv neben die zitternde Frau setzte, konnte Anja Sadnik ihr einige Details entlocken. „Sie berichtete, drei Wochen lang von ihrem Ex-Freund gefangen gehalten worden zu sein. Dann war ihr die Flucht gelungen. Sie hatte nur ihre Tasche mitgenommen. Die gut zehn Zentimeter lange Schnittwunde stammte wohl vom Vortag. Angeblich wurde die Frau in einem ungenutzten Ladenlokal gefangengehalten und misshandelt. Im Raum steht auch eine mögliche Vergewaltigung. Das Opfer gab an, Ex-Freund Rudolf S. (66) befände sich noch in den Räumen und hätte gedroht, seine „Waffen“ einzusetzten, falls die Polizei ihm zu nahe käme. Der 67-jährige Rudolf S. wohnt in Unterschleißheim und ist der Polizei bereits bekannt wegen Eigentumsdelikten und Gewalttaten.

Nur wenige Minuten nach Eintreffen der Polizei glich das sonst so geschäftige Wohnviertel an der Raiffeisenstraße einer Geisterstadt. Polizisten sperrten die Umgebung um den Flachbau ab. Anwohnerin Eva Elsässer: „Kein Auto fuhr mehr. Das war so ungewöhnlich. Da bin ich hinaus gegangen.“ Innerhalb von Minuten postierten sich schwer bewaffnete Männer des Sondereinsatzkommandos (SEK) in der Gegend: „Die waren sogar auf dem Dach. Und das Bumpern an der Tür, das haben wir alle gehört.“

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Bewaffneter auf der Flucht

Ein Telefonkontakt zu Rudolf S. kam nicht zustande. Um 13.30 Uhr splitterte Glas: Das SEK drang gewaltsam ein. Doch das Büro war – leer!Nach Rudolf S. wird derzeit gefahndet. Er soll in einem grauen Ford Fiesta (Leihwagen) mit Hamburger Kennzeichen unterwegs sein. Vorsicht: Der Täter ist möglicherweise bewaffnet.

Agnes Vogt

Quelle: tz

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