München versinkt im Unwetter-Chaos - Video

Dieser reißende Fluss ist eine Unterführung

München - Der Wolkenbruch samt Gewitter dauerte nur rund 30 Minuten, doch seine Folgen in der Region München und Teilen Oberbayerns sind gravierend. Nicht nur S- und Tram-Bahnen fielen aus: Ein Blitzschlag am Münchner Flughafen sorgte für Chaos.

Gewitter mit Sturm und sintflutartigen Regenfällen fegten am Mittwochnachmittag über Südbayern hinweg. Schwerpunkt: Der Raum München, der Kreis Starnberg sowie Bad Tölz. Auf den Straßen und bei der S-Bahn ging zum Teil gar nichts mehr. „Durch die Regenmassen wurden mehrere Unterführungen überflutet und für den Autoverkehr unpassierbar“, erklärte am Abend ein Feuerwehrsprecher.

Aber auch in Niederbayern wütete das Wetter - und forderte ein Todesopfer: Ein 84-jähriger Mann ertrank in einem Fischweiher, als er mit seiner Familie versuchte, den Zulauf zum Weiher abzuleiten.

Besonders schlimm traf es in München den Trappentreutunnel, die Offenbach- und die Paul-Heyse-Unterführung. Weil mitten zur Hauptverkehrszeit durch den überfluteten Trappentreutunnel auf dem Mittleren Ring gar nichts mehr ging, kam es zu chaotischen Szenen und Riesenstaus, die sich auf das ganze Stadtgebiet ausdehnten. Wer von der Innenstadt zur Lindauer Autobahn wollte, brauchte 45 Minuten, vom Olympiazentrum bis zum Bahnhof waren Autofahrer eine Stunde unterwegs.

Heftiger Wolkenbruch setzt München unter Wasser

So wütete das Unwetter in München und der Region

Nicht viel besser erging es Bahnfahrgästen: Wegen eines ins Gleis gestürzten Baumes musste die Bahnstrecke zwischen Starnberg und Tutzing gesperrt werden. S-Bahnen wendeten in Starnberg. Regio-Fahrgäste mussten von Weilheim über Geltendorf fahren. Die DB setzte einen Busnotverkehr ein. Ebenfalls ein umgestürzter Baum sorgte für eine Streckenunterbrechung auf der S 8 zwischen Weßling und Herrsching. Auch auf der S 2 Richtung Erding sorgten Äste in der Oberleitung für Zugausfälle. Im dichten Regen rammte ein Autofahrer in der Arnulfstraße eine Tram - niemand verletzt. Die Münchner Feuerwehr berichtete von rund 180 Einsätzen - vor allem Sturmschäden und vollgelaufenene Keller. In Neuried wurde eine Tiefgarage völlig überflutet.

Ein Déjà-Vu erlebte die Feuerwehr in den Pasing-Arcaden: Wieder ließ starker Regen die Tiefgarage und den Aldi-Markt volllaufen.

In Zorneding (Kreis Ebersberg) wurde der Bahnhof geflutet. Auch im Landkreis Starnberg setze der Wolkenbruch ganze Straßenzüge unter Wasser. Wenig besser erging es den Menschen im Landkreis Erding. Auch hier meldete die Feuerwehr Land unter. In der Region Weilheim stürzten mehrere Bäume um; viele Keller standen unter Wasser.

Bereits bei den Gewittern in der Nacht zum Mittwoch hatte ein Blitz ins das Instrumentenlandesystem am Münchner Flughafen eingeschlagen und den Landekurssender zerstört. Deshalb war bis Mittwochnachmittag nur eine Start- und Landebahn in Betrieb. 20 Flüge wurden annuliert, mehr als eine halbe Stunde verspätet.

K.H.Dix/mm

Rubriklistenbild: © Haag

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zweite Stammstrecke: Wo es in sechs Wochen für wen eng wird
Zweite Stammstrecke: Wo es in sechs Wochen für wen eng wird
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?

Kommentare