Weiterhin Warnungen vor Überschwemmungen

Schwere Unwetter in Bayern: Retter verunglücken bei Einsatz - ganze Region gilt als „Katastrophengebiet“

Heftiger Regen sorgte in Berchtesgaden für Überschwemmungen. Es gibt aber auch für andere Kreise Hochwasserwarnungen - München ist betroffen.

  • Der Süden Bayerns wird am Wochenende von heftigen Unwettern und Regenfällen getroffen.
  • Auch für München gilt eine Hochwasser-Warnung (siehe Update vom 18. Juli, 18.40 Uhr)
  • Besonders hart hat es das Berchtesgadener Land getroffen. Hier werden nun weitere Häuser evakuiert. (siehe Update vom 18. Juli, 14.44 Uhr). Dort ist am Sonntag außerdem ein Fahrzeug mit Rettern verunglückt (siehe Update vom 18. Juli, 19.54 Uhr).

An dieser Stelle beenden wir unsere Berichterstattung in diesem News-Ticker. Die weitere Entwicklung der Hochwasserlage in München und Bayern können Sie hier verfolgen.

DWD nimmt Unwetter-Warnungen zurück - auch für Berchtesgaden

Update vom 18. Juli, 22.31 Uhr: Der DWD hat sämtliche Unwetter-Warnungen für die Nacht zurückgenommen. Besonders für den am schwersten getroffenen Landkreis Berchtesgadener Land bedeutet das eine kleine Verschnaufpause. Die Region gilt noch immer als Katastrophengebiet, die Fluten haben am Wochenende enorme Schäden angerichtet und zwei Menschenleben gekostet.

Hochwassergefahr in Bayern noch nicht vorüber

Noch immer besteht vielerorts in Bayern Hochwasser-Gefahr, steigende Pegel bereiten Sorgen. So kann laut Hochwassernachrichtendienst Bayern in Passau in der Nacht auf Montag die höchste Warnstufe, Meldestufe vier, erreicht werden. Die Donau könne demnach auf 8,65 m steigen. Neben Passau liegt auch für Altötting, Mühldorf am Inn und Rosenheim eine „Warnung vor Überschwemmungen für bebaute Gebiete“ vor. Für München wird vor „Ausuferungen und Überschwemmungen“ gewarnt. Hier kann Montagfrüh Meldestufe 2 erreicht werden.

Unfall mit Rettern in Berchtesgaden - vier Verletzte

Update vom 18. Juli, 19.54 Uhr: Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind beim Einsatz im Flutgebiet von Berchtesgaden mit ihrem Lastwagen verunglückt. Vier Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie das Bayerische Rote Kreuz am Sonntag mitteilte. Der Wagen sei mit Sandsäcken beladen gewesen und auf der Salzbergstraße (B319) bergab auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Auto zusammengestoßen. Dabei überschlug sich der Laster.

Den Ermittlungen der Polizei zufolge war der 42-jährige THW-Fahrer zusammen mit seinem 25-jährigen Beifahrer unterwegs. In dem anderen Unfallauto saß ein Urlauber-Ehepaar aus der Oberpfalz. Die Polizei vermutete, dass möglicherweise die Bremsen des Lasters heiß gelaufen waren. Die beiden THW-Helfer wurden schwer bis mittelschwer verletzt, das Ehepaar nur leicht.

Ein THW-Laster überschlug sich.

Hochwassergefahr auch in München - Menschen von Isar-Insel gerettet

Update vom 18. Juli, 18.40 Uhr: Nach dem starken Regen im Alpenraum besteht auch in München und Umgebung Hochwassergefahr für die Isar. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern erwartete am Pegel München/Isar, dass der Fluss am Montagfrüh kurzzeitig die Meldestufe Zwei überschreiten werde. Am Pegel Freising sei das Überschreiten der
Meldestufe Eins am frühen Morgen nicht auszuschließen. Meldestufe Zwei bedeutet eine Warnung vor Überschwemmungen und „Ausuferungen“. Bei Meldestufe Drei wird vor Überschwemmungen in bebauten Gebieten gewarnt.

Am Sonntag gab es in München bereits einen Einsatz an der Isar: Dort saßen einige Menschen auf einer Kiesinsel am Flauchersteg fest, teilte die Feuerwehr mit. Sie würden mit einem Boot Sicherheit gebracht, ein Hubschrauber sichere das Gebiet. Niemand sei in Gefahr oder verletzt.

Nach schweren Unwettern: Schulen und Kitas im Berchtesgadener Land bleiben geschlossen

Update vom 18. Juli, 17.19 Uhr: Schulen und Kitas bleiben am Montag in den Hochwassergebieten in Oberbayern geschlossen. Betroffen sind davon Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee. Es werde eine Notbetreuung geben, teilte das Landratsamt Berchtesgadener Land am Sonntag mit. Ob die Einrichtungen am Dienstag geschlossen bleiben, stehe noch nicht fest.

Söder zu Unwettern in Südbayern: „Wir lassen da niemanden allein“

Update vom 18. Juli, 17.10 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den vom Hochwasser betroffenen Menschen in Südostbayern Hilfe zugesichert. „Wir lassen da niemanden allein, ganz sicher nicht“, sagte Söder am Sonntagnachmittag in Schönau am Königssee. Unabhängig von in Aussicht gestellten Hilfen des Bundes werde man auch in Bayern überlegen, wie man helfen könne.

Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und dankte den Rettungskräften. Durch das Hochwasser im Landkreis Berchtesgadener Land waren zwei Menschen ums Leben gekommen, mehr als 130 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Mit Blick auf das Hochwasser im Westen Deutschlands sprach Söder von einer „absoluten Super-Katastrophe“. In Relation dazu sei die Situation in Bayern nun zwar „sehr, sehr schlimm“, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Für die einzelnen Betroffenen sei es aber genau gleich schlimm.

Söder, Herrmann und Scholz nach Unwettern in Berchtesgaden eingetroffen

Update vom 18. Juli, 15.38 Uhr: Mittlerweile sind Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann und Bundesfinanzminister Olaf Scholz im Hochwassergebiet in Südostbayern eingetroffen. Der Landrat und der Einsatzleiter informierten sie in der hart getroffenen Region um Berchtesgaden über die Lage. Anschließend wollten sie sich auch in Schönau am Königssee ein Bild von der Lage machen. Dort ist am Nachmittag auch ein Pressetermin geplant

Update vom 18. Juli, 15.15 Uhr: Die Lage im Berchtesgadener Land bleibt extrem angespannt. Der Deutsche Wetterdienst hat nun eine neue Unwetter-Warnung vor „ergiebigem Dauerregen“ für den südlichen und zentralen Alpenrand Bayerns herausgegeben. Diese gilt bis tief in die Nacht. Am heftigsten trifft es demnach erneut das Berchtesgadener Land. Hier seien noch einmal bis zu 70 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen sogar bis zu 120 Liter pro Quadratmeter, zu erwarten. Erst im Laufe der Nacht soll der Regen abklingen. Immerhin: Am Montag soll sich die Wetterlage dann beruhigen.

Unwetter treffen Bayern mit voller Wucht - Weitere Evakuierungen im Berchtesgadener Land

Update vom 18. Juli, 14.44 Uhr: Im Hochwasser-Gebiet des Berchtesgadener Landes müssen weitere Häuser evakuiert werden. Das teilte das Landratsamt am Sonntag mit. Betroffen sei ein Teilbereich an der Königsseer Ache. Die betroffenen Menschen würden direkt kontaktiert, hieß es weiter.

Einen genauen Grund für die Evakuierungen, also, ob etwa Hochwasser oder ein Hangabrutsch drohe, wurde nicht mitgeteilt. Es handele sich um eine erst kürzlich getroffene Entscheidung.

„Wichtig ist, auf die Anweisungen der Einsatzkräfte zu achten, zügig das betroffene Gebiet zu verlassen und sich zum angeordneten Sammelpunkt zu begeben“, so die Sprecherin. Zuvor wurden schon 135 Menschen in Sicherheit gebracht. In Schönau am Königssee droht ein Hangabrutsch. Ein Geologe ist vor Ort und prüft die Situation.

Die Situation ist weiterhin schwer zu beurteilen, so die Sprecherin. Es regne immer wieder auch heftiger.

Um 15 Uhr besucht auch Ministerpräsident Markus Söder gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz die Region. Ab 16 Uhr will man in Presse-Statements informieren.

Unwetter überziehen Bayern - Hochwasser-Warnung auch für München

Erstmeldung vom 18. Juli: München - Heftiger Regen sorgte im Südosten Bayerns für schwere Überschwemmungen. Besonders der Kreis Berchtesgadener Land war betroffen. Dort gab es zwei Tote, zahlreiche Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann wollen sich vor Ort ein Bild der Lage machen. Für Berchtesgaden sind auch am Sonntag noch Regenfälle angekündigt. In den östlichen Alpen wird am Sonntag durchgehend Regen erwartet, heißt es. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor ergiebigem Dauerregen mit vereinzelt 120 Liter pro Quadratmeter in Staulagen. 

Bis auf das Allgäu sollen im gesamten Alpenraum fast ohne Unterbrechung im Tagesverlauf 25 bis 70 Liter pro Quadratmeter niedergehen. Erst im Laufe der Nacht klingt der Regen nach Prognosen des DWD ab. 

Nach heftigem Regen: Hochwasserwarnungen - auch München betroffen

Der Hochwassernachrichtendienst hat derweil eine „Hochwasserwarnung vor Überschwemmungsgefahr für bebaute Gebiete“ veröffentlicht. Diese betrifft den Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Stadt und Kreis Passau. Die Gebiete sind auf der Warnkarte rot gekennzeichnet. Für orange markierte Regionen gilt eine „Hochwasserwarnung vor Ausuferungen und Überschwemmungen“ - davon betroffen ist auch die Landeshauptstadt München. Die Warnung gilt bis Montag (18. Juli) zehn Uhr.

Dazu heißt es: „Die gefallenen Niederschläge von heute Nacht haben den Alpenraum und damit die Oberläufe vom Isar-und Loisachgebiet deutlich getroffen. Wegen der stark ansteigenden Zuflussmengen zum Sylvensteinspeicher muss die Speicherabgabe in den nächsten Stunden deutlich erhöht werden von momentan 50 m³/s auf voraussichtlich 200 m³/s. Dadurch wird am Pegel München / Isar am frühen Nachmittag die Meldestufe 1 überschritten und morgen Früh kann auch kurzzeitig die Meldestufe 2 überschritten werden. Auch am Pegel Freising / Isar ist das Überschreiten der Meldestufe 1 am frühen Morgen nicht auszuschließen.“ (kam) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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