Urteil: Dreister Dealer muss tief in Tasche greifen  

München - 429.000 Euro. So viel soll Jan A. (49) mit dem Verkauf von "Kräutermischungen" verdient haben. Kein Kavaliersdelikt, meint das Amtsgericht München. Dessen Urteil dürfte Jan A. weh tun.  

Seit Mitte 2010 soll der selbständige Münchner in seinem Laden verschiedene Kräutermischungen verkauft haben, die synthetische Cannabinoide enthalten. Mischungen wie "Aura Diamond", "Blaze", "Bonzai Winter Boost" oder "Monkees go Bananas" fallen teils unter das Betäubungsmittelgesetz und sind häufig gefährlicher als pflanzliches Cannabis.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft München 1 seien schon im August 2010 bei einer ersten Durchsuchung 131 Päckchen diverser Mischungen bei dem Mann gefunden worden. Er jedoch setzte den Handel unbeeindruckt fort. Die Konsequenz: Im Januar 2011 folgte die zweite Durchsuchung.

Nun hat das Amtsgericht München den Mann wegen "Inverkehrbringens von bedenklichen Arzneimitteln, gewerbsmäßigen unerlaubten Handeltreibens und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln" zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten Verurteilt.

Unerfreulich für Jan A. Doch noch mehr schmerzen dürfte ihn die Tatsache, dass er seine Einnahmen, geschätzte 429.000 Euro, nun an die Staatsanwaltschaft - und letztlich in die Staatskasse - auszahlen muss.  

mmä

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