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Urteil im Gardasee-Prozess: Angeklagte Münchner zu Haftstrafen verurteilt

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Von: Thomas Eldersch

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Im Gardasee-Fall ist ein Urteil gesprochen worden.
Im Gardasee-Fall ist ein Urteil gesprochen worden. © Gabriele Strada/dpa

Bei einem Bootsunfall im Juni vergangenen Jahres kamen zwei Italiener ums Leben. Angeklagt wurden zwei Münchner. In ihrem Fall wurde jetzt in Brescia Recht gesprochen.

Update vom 21. März, 14.02 Uhr: Inzwischen gibt es mehr Details über den Prozess im italienischen Brescia. So schreibt die dpa, dass der Anwalt der Familie des verstorbenen 37-Jährigen mit dem Urteil zufrieden sei. Den Eltern der 25-Jährigen, die ebenfalls ums Leben kam, schien die Entscheidung zu milde zu sein. „Wir haben uns schon darauf vorbereitet“, sagte der Vater. „Wir haben getan, was wir konnten. Jetzt müssen wir nach vorne schauen. Leider haben wir unser Kind nicht mehr.“

Die Staatsanwaltschaft forderte sechs Jahre und sechs Monate Haft für den Steuermann und vier Jahre und zwei Monate für den Besitzer. Die beiden wurden unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung angeklagt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Damit müssen sie ihre Strafen zunächst nicht antreten.

Gardasee-Prozess: Familien bekamen bereits Entschädigungen in Millionenhöhe

Bereits zu Prozessbeginn am 10. November vergangenen Jahres kam es zu einer Einigung auf eine Entschädigung. Die Familie des 37-Jährigen erhielt rund 1,3 Millionen Euro, die Familie der 25-Jährigen erhielt rund 2,5 Millionen Euro. Ihre Mutter forderte am Montag strengere Regeln für Motorboote auf dem Gardasee. „Hoffen wir, dass diese Regeln dann anderen Menschen dienen, damit solche Tragödien nicht mehr passieren können.“

Erstmeldung vom 21. März, 11.18 Uhr: München/Brescia – Zwei Menschen starben am 19. Juni 2021 am Gardasee. Ihr Boot wurde von einem Motorboot gerammt. Am Westufer des Sees wurde am nächsten Morgen die Leiche eines 37-Jährigen entdeckt. Seine Freundin (25) wurde später leblos von Tauchern geborgen. Verantwortlich sollen zwei Münchner gewesen sein, die jetzt in Italien vor Gericht standen.

Urteil im Garda-See-Prozess: Lange Haftstrafen für Münchner

Jetzt wurde in Brescia ein Urteil gesprochen. Die beiden angeklagten Münchner müssen Haftstrafen absitzen. Der 52-jährige Bootslenker wurde zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Sein ebenfalls 52-jähriger Freund und Bootsbesitzer bekam zwei Jahre und elf Monate. Das bestätigte Richter Mauroernesto Macca am Montag.

Bei ihrer Aussage vor Gericht in Italien blieben die beiden Männer dabei, dass sie die beiden Opfer nicht bemerkt hätten. Die Deutschen sagten Ende Februar vor Gericht aus, in der Nacht nicht bemerkt zu haben, mit einem Boot kollidiert zu sein. Stattdessen gingen sie von Treibgut aus. Die Männer waren wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung angeklagt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (tel mit dpa)

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