Missbrauch trotz Fußfessel

Urteil: Kinderschänder für immer hinter Gitter

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Nach neun Monaten Prozess kommt Andreas R. in die Sicherungsverwahrung.

München - Sicherungsverwahrung! Nichts hatte Kinderschänder Andreas R. (42) mehr gefürchtet als dieses Urteil. Er hatte trotz elektronischer Fußfessel ein Mädchen (7) missbraucht.

Neun Monate lang kämpfte der Wiederholungstäter vor Gericht, er erstritt sogar einen zweiten Gutachter. Doch dieser hielt ihn ebenfalls für gefährlich.

Sein Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt. Er trug die „elektronische Fußfessel“ – das heißt: Nach 13 Jahren Haft und Sicherungsverwahrung hätte man ihn nicht länger einsperren können. Die Freiheit unter strengsten Auflagen nutzte er auf seine Weise: Er freundete sich mit der Mutter eines damals siebenjährigen Mädchens an, die ihn bei sich übernachten ließ. Während die Frau schlief, schlich er zu dem Kind und befummelte es. Das Verbrechen kam erst auf, nachdem Andreas R. den Akku seiner Fußfessel nicht mehr auflud.

Angeklagter spricht von "Sex-Unterricht"

Der Angeklagte gab vor Gericht zwar die Tat an dem Kind zu, versuchte diese aber als „Sex-Unterricht“ zu verharmlosen. Vorsitzender Richter Stephan Kirchinger: „Es war eine sexuelle Handlung, die seiner Erregung diente.“ Die Aussage des Opfers sei absolut glaubhaft gewesen.

Für die Sicherungsverwahrung sah die Strafkammer alle Voraussetzungen als gegeben. Erschreckend sein die „hohe Rückfallgeschwindigkeit“ des Angeklagten, dem der Richter indirekt einen miesen Charakter bescheinigte. Er leide zwar unter einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, so Kirchinger, aber: „Das ist ein Charakterzug, keine Krankheit!“

Andreas R. sei unter schlechten Voraussetzungen in die Freiheit entlassen worden. Kritik übte der Richter an seinem psychologischen Betreuer: „Bei ihm hätten alle Alarmglocken läuten müssen.“ Die Anwälte wollen das Urteil anfechten.

Von Eberhard Unfried

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