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Bewährungsstrafe

Stadelheim: Beamtin schmuggelt aus Liebe zu Dealer

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Hinter den Mauern des Gefängnis Stadelheim lernte die Vollzugsbeamtin den Dealer kennen, für den sie ein Handy schmuggelte.

München - In der Anklage gegen die Vollzugsbeamtin des Gefängnis Stadelheim war von Schmuggel im großen Stil die Rede. Nach dem Urteil scheint klar: Sie beschaffte nur einem Insasse ein Handy - aus Liebe.

Weil sie einem verurteilten Dealer im Gefängnis ein Handy beschaffte, ist eine Vollzugsbeamtin am Mittwoch zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. In der Anklage war noch von einer Beteiligung der 24-Jährigen an Deals mit Handys und Dopingmitteln in großem Stil die Rede. Von diesem Vorwurf blieb nach der Beweisaufnahme nur ein Fall übrig. Die Verhandlung vor dem Münchner Amtsgericht war eine von mehreren um den Handel mit verbotenen Artikeln im Gefängnis München-Stadelheim.

Zwei Kollegen der suspendierten Beamtin wurden 2012 zu drei Jahren und neun Monaten Haft beziehungsweise zwölf Monaten Bewährungsstrafe verurteilt . Die Staatsanwaltschaft sieht in dem Einschmuggeln von Handys in die Haftanstalt mit etwa 1400 Gefangenen - darunter auch Schwerstkriminelle - eine große Gefahr: Häftlinge könnten „Einfluss auf das Strafverfahren nehmen, etwa durch Einschüchterung von Belastungszeugen“.

Dass der Umgang mit Handys hinter Gittern ein Problem war, gab die Angeklagte zu: „Im Kollegenkreis wurde darüber gesprochen.“ Die Mobiltelefone wurden nach einer Zeugenaussage draußen für etwa 15 Euro gekauft und im Gefängnis für 1200 Euro weitergegeben.

An der Beschaffung war die 24-Jährige nur im Falle eines Mannes beteiligt, wie sie beteuerte. Sie sei in ihn verliebt gewesen und habe es getan, um mit ihm Verbindung halten zu können. Die Beziehung habe sich herumgesprochen, und sie sei versetzt worden. Ihr 36 Jahre alter Freund habe ihr aus der Haft zärtliche Botschaften zukommen lassen. Nach seiner Entlassung verlobte er sich mit der suspendierten Beamtin und betreibt mit ihr nun einen Schrotthandel. Mit seiner Zeugenaussage versuchte er nach Kräften, die Angeklagte zu entlasten.

dpa

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