Diskussion nach Ankündigung der GDL

User-Ärger über Bahn-Streik: "Gipfel der Unverschämtheit"

München - Die Reaktionen unserer User auf den neuen Streik der Lokführer schwanken zwischen Resignation, Verständnis für die Streikenden und Argwohn gegenüber GDL-Chef Weselsky. Eine Übersicht.

Update vom 4. Mai 2015: Ob Claus Weselsky, der Chef der GDL, noch Unterstützer hat außerhalb seiner Gewerkschaft? Die Lokführer wollen bis zum kommenden Sonntag ihre Arbeit niederlegen. Worauf sich Pendler in S-Bahn und Bahn einstellen müssen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Seit dem späten Sonntagnachmittag ist klar: Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) wird wieder die Bundesrepublik lahmlegen. Über sieben Tage lang werden im Güter- und Personenverkehr nur noch wenige Züge rollen. Auch viele unserer User sind vom neuen Ausstand betroffen. Auf unseren Nachrichtenseiten tz.de und Merkur.de gab es deswegen schon rege Diskussionen. Hier finden Sie eine Auswahl:

Gast: "Dass Arbeitnehmer für mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten streiken, ist legitim, daran gibt's nichts zu rütteln. Dass diese Arbeitnehmer sich aber vor den privaten Karren ihres Gewerkschaft-Chefs spannen lassen, finde ich doch grenzwertig.
Herrn Weselsky geht es inzwischen doch nur noch um sein eigenes Ego und schon lange nicht mehr um die Mitglieder der GDL.
Der Mann schafft es ganz bestimmt noch, den Ruf der Lokführer ganz zu vernichten, wenn ihm nicht schleunigst Einhalt geboten wird."

"Finde den Streik unterstützenswert"

Ichsachmal: "Ich hab prinzipiell nichts gegen Streiks. Nur wundert es mich hier, dass dieser Streik rechtlich haltbar ist. Denn die GDL kämpft mit diesem Streik hauptsächlich gegen eine andere Gewerkschaft, in deren Gefilden sie wildern will..."

es reicht: "Hier reicht es einfach mal. Das hat nichts mehr mit Arbeitskampf zu tun, sondern mit einem Angriff auf die Produktivität der Deutschen Wirtschaft!!!!"

Gast: "Der Streik wird mich zwar auch die nächste Woche betreffen, aber den Streik finde ich sehr gut und unterstützenswert.
Denn wenn jemand arbeitet, dann steht ihm auch eine entsprechende Entlohnung zu und kein 'Hungerlohn'."

Laura23: "Hurra Deutschland! Früher waren Lokführer Beamte, und das war auch gut so. Jetzt geht Deutschland immer mehr den Bach runter. Mir persönlich wäre es lieber, wenn man im Finanzamt statt Beamte nur noch Angestellte beschäftigen würde. Wenn diese streiken würden, dann würde das wenigstens keine negativen Folgen für uns haben."

Kein Problem dank Streikfahrplan

DaWascht: "Seitdem die S-Bahn München einen verlässlichen Fahrplan für Streiktage hat (soweit hat es die GDL schon gebracht), juckt mich der Streik nicht mehr sonderlich, weil ich meine Fahrzeiten auf den Streikfahrplan anpassen kann. Es ist sogar entspannter, weil die Bahnsteige und Züge weniger voll sind, was wohl daran liegt, dass die meisten aufs Auto umsteigen (müssen). Auf den Straßen herrscht deswegen dann das Chaos."

ExAbo: "Ungeheuerlich, was das Bahn-Management seinen Kunden zumutet. Statt einen Kompromiss zu erarbeiten und seine Mitarbeiter angemessen zu bezahlen, wird hier der Service mal wieder ruiniert."

MaxH: "Für das Streikrecht haben viele Leute Federn lassen müssen, ich frage mich nur, wie diese reagieren, weil es einen einzelnen Herrn in den Gewerkschaften gibt, der dieses Streikrecht mit Füßen tritt. Hier geht es nicht mehr um Lokführer, Gehalt oder sonstiges, hier geht einzig und allein darum, dass Herr Weselsky mehr Macht haben möchte. Mir tun ehrlich die Lokführer leid, die an das Gute glauben und der Meinung sind, sie könnten als Gewinner bei der ganzen Streikerei hervorgehen."

User: "Ich find's gut. Immerhin ein Zeichen gegen Lohndumping. Zudem ist niemand auf die Bahn angewiesen. Dann muss man halt Fahrrad/Auto/Taxi/Bus/Mitfahrzentrale o.a. nutzen. Kostet halt vielleicht mehr oder ist unbequem. Aber alle, die schreien, dass die Lokführer eh zu viel bekommen, haben selbst zu viel, oder wollen sich nicht eingestehen, dass sie selbst für ihre eigene Schufterei eigentlich mehr verdient hätten."

"Für das Ego von Herrn Weselsky"

Markus: "Mir kommt es so vor, als wenn sich die Bahn immer wieder von der GDL vor sich her treiben lässt. Wann greift die Bahn endlich mal zu Aussperrungen? Man hatte nun mittlerweile genügend Zeit, einen Notfahrplan zu erarbeiten? Also, Herr Weber, sperren Sie die offensichtlich von der GDL vertretenen Lokführer auf unbestimmte Zeit aus. Man wird sehen, wie schnell die Streikkasse der GDL leer und der Spuk damit ein für allemal beendet ist. Am Ende werden die Lokführer dann auch hoffentlich merken, dass sie nicht für ihre Arbeitsbedingungen gestreikt haben, sondern für das Ego von Herrn Weselsky."

FJS: "Eine kleine Gruppe Wahnsinniger nimmt ein ganzes Land wegen 0,3 % Differenz in Geiselhaft. Das ist der Gipfel der Unverschämtheit. Die Bahn soll sich nicht weiter erpressen lassen und hart bleiben, so lange, bis die Streikkasse der GDL leer ist."

Gast: "Fahrlässig von den Deutsche-Bahn-Vorständen. Die hätten den Streik abwenden können, wenn sie dementsprechend der Gewerkschaft entgegengekommen wären. Die Chefetage der Deutschen Bahn kann den Streik ja jederzeit abwenden, warum stellen sich diese Bosse denn so an?"

Flocke: "Danke Deutsche Bahn, dass du dich nicht mit der GDL einigen kannst. Nun haben wir den Salat. Ich muss am Dienstag und Freitag zu Prüfungen und darf dann schauen, wo ich bleibe. Weil ich verdammt noch mal auf die S-Bahn angewiesen bin. Und für den Service muss man dann auch noch voll bezahlen. Es reicht. Ich will auch streiken. Und zwar für einen besseren Service, da ihr ja jeden Tag irgendwas anderes liefert. Das kann doch echt nicht angehen, dass man sich nach einem Jahr immer noch nicht einigen kann? Ich werde mir ein Auto ansparen und dann werde ich euch meiden. Sogar mit Stau ist man manchmal noch schneller vor Ort."

"Das hat nichts mit 3% Gehalt zu tun"

Stephan N.: "Ich habe mein Abo für BahnCard gekündigt, werde künftig auf andere Verkehrsmittel bei Fernfahrten umsteigen. Das Vertrauen zu dem Unternehmen Bahn ist dahin. Das hat nichts mit 3 bis 5% mehr Gehalt zu tun, sondern ist nur Politik, um die Vormacht im Unternehmen zu bekommen, wenn das Gesetz im Sommer kommen soll bezüglich Gewerkschaften in Unternehmen, das nur einer was zu sagen hat! Bezüglich Arbeitszeit und Gehälter für Lokführer hat die Bahn das Angebot gemacht, was Ok gewesen ist. Das blinde Folgen von einem Machtbesessenen ist der falsche Weg. Es gibt in München (Deutschland) genug arbeitende Leute, denen es schlechter geht als den Bahnern. Streik Ja, wenn es auch Sinn macht, aber nicht so.
Jeder Bahner, der in den nächsten 5 Jahren entlassen wird, soll erst mal 3 Monate Sperre beim Amt bekommen."

MarcHi: "Seltsam, dass kaum Menschen hier gegen die DB protestieren, die nur an allen Ecken und Kanten spart und selbst Boni in die Hundertausende einkassiert! Echt traurig hier, dass etliche sich auf einen eingeschossen haben, der eigentlich nur Arbeitnehmerrechte vertritt. Echt traurig, dass Arbeitnehmer sich so sehr für den Arbeitgeber einsetzen!!!"

bix

Rubriklistenbild: © dpa

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