Vandalen ­wüten an der Kirche

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Mesner Anton Kirner zeigt den Teppich, der auf dem teils abgedeckten Dach lag. Die Feuchtigkeit in den Wänden gefährdet den wertvollen Flügelaltar von St. Georg 

München - Graffiti an den Kirchenmauern, Urin im Weihwasserbecken und ein Loch im Dach der historischen Kapelle: Die katholische Kirchengemeinde von Milbertshofen leidet unter Vandalismus.

Der gefährdet sogar den 500 Jahre alten Flügelaltar in der Alten St. Georgs Kirche; Milbertshofens wertvollstes Kulturgut!

An der Rückseite der alten St. Georgs-Kirche kletterten die Vandalen auf das Dach

Der hölzerne Drache auf dem Altar ist besiegt, aber gegen einen anderen Feind ist das wertvolle Kunstwerk machtlos: gegen die Feuchtigkeit. Die macht dem Altar, einer der letzten erhaltenen Werke aus der Zeit der Gotik im Raum München, schwer zu schaffen. Schuld ist ein Loch im Dach. Das ließ einen Wolkenbruch Ende Juli ungehindert in das historische Gotteshaus prasseln. „Die Ziegel haben Jugendliche zerstört“, vermutet Mesner Anton Kirner. Auf einem Teppich auf dem Dach hätten sich die Unholde gesonnt.

„Das Schlimmste: Weil es Vandalismus ist, zahlt keine Versicherung“, ärgert er sich. Ein Entfeuchtungsgerät soll den Altar retten, aber die alten dicken Mauern trocknen nur schlecht. Für 500 000 Euro hat der Förderverein Alte St. Georgs Kirche den Altar erst kürzlich renovieren lassen. Das Landesamt für Denkmalpflege wacht darüber, dass er so aufbewahrt wird, dass er keinen Schaden nimmt — in der Alten Sankt Georgs Kirche ist das derzeit ein Problem. Um weitere ähnliche Taten zu verhindern, hat Pfarrer Olivier Ndjimbe-Tshiende Anzeige erstattet und den Bezirksausschuss um Hilfe gebeten.

Immer wieder bemalen Übeltäter die neue St. Georgs-Kirche

Auch die Neue St. Georgs Kirche, die im kommenden Jahr übrigens ihr 100-jähriges Bestehen feiert, leidet unter Vandalismus. Müll vor der Kirche, Schmierereien an den Wänden, lautstarke Störungen während der Gottesdienste — sogar Papier haben Jugendliche im Gotteshaus mit den Opferlichtern angezündet. „Es wird zunehmend schlimmer“, klagt Pfarrsekretärin Gerlinde Löffelmann. Warum niemand eingreift? „Die Leute haben Angst, und die Polizei kann auch nicht helfen – bis nämlich Beamte nach der Alarmierung vor Ort sind, sind die Jugendlichen längst weg“, sagt Mesner Anton Kirner.

Susanne Sasse

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