Vandalismus in Münchner U-Bahnen

Das ist die Bilanz der Schande

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Zerstörte U-Bahn-Sitze zählen zu den häufigsten Schäden

München - Die Zerstörungswut einiger aggressiver Fahrgäste in Münchner U-Bahnen, Bussen und Trams hat letztes Jahr fast zwei Millionen Euro Schaden angerichtet. Das ist die Bilanz der Schande:

Aufgeschlitzte Sitze, zerkratzte Scheiben, zerschmetterte Trennwände – die Zerstörungswut einiger aggressiver Fahrgäste in U-Bahnen, Bussen und Trams in München hat letztes Jahr fast zwei Millionen Euro Schaden angerichtet! Und die friedlichen Passagiere müssen zahlen …

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Allein in den U-Bahnen betrugen die Kosten für die Beseitigung der Schäden 1,5 Millionen. In Bussen und Trambahnen verursachten aggressive Passagiere 280 000 Euro Reparatur-Kosten. Die Schäden an Automaten, Funk- und Fernmeldeanlagen beliefen sich auf 55 000 Euro.

Positiv: Der Gesamtschaden ging leicht zurück – der Wert ist auf dem niedrigsten Stand seit 2005. Im Jahr 2010 waren zwei Millionen Euro fällig geworden.Dennoch sind die Kosten ärgerlich und überflüssig: „Graffitischmierereien und Vandalismus sind keine Streiche oder Kavaliersdelikte, sondern Straftaten auf Kosten der Allgemeinheit“, sagt MVG-Sprecherin Bettina Hess. Allein für die Entfernung von Aufklebern in den Bahnen gibt die MVG jährlich 100 000 Euro aus, die Reparatur eines U-Bahn-Sitzes kostet bis zu 400 Euro.

Meist sind die Übeltäter nachts am Werk, weshalb die MVG neben dem Ausbau der Videoüberwachung auf die U-Bahnwache setzt. „Solche Präventivmaßnahmen erzielen einen positiven Effekt.“ Auch von ihren Kunden erhofft sich die Verkehrsgesellschaft Mithilfe. Niemand soll sich durch direktes Ansprechen der Vandalen in Gefahr bringen. „Es reicht, wenn derartige Vorfälle umgehend beim Personal gemeldet werden“, sagt Hess. Denn die Quittung der Randalierer zahlen am Ende die Fahrgäste mit höheren Ticketpreisen.

Kameras gegen die Randalierer

Im Kampf gegen die Zerstörungswut liegt die Hoffnung der MVG auf der Videoüberwachung: Die 100 U-Bahnhöfe werden von 1042 Kameras überwacht, in den Fahrzeugen dokumentieren 1629 Videogeräte das Geschehen und zeichnen die Taten der Randalierer auf. „In den Bussen, Bahnen und an den Stellen in München, wo die Videoüberwachung stark ausgebaut wurde, nahmen die Beschädigungen im Jahr 2011 deutlich ab und wir registrierten weniger Straftaten“, sagt MVG-Sprecherin Bettina Hess.

CL

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