Vater schüttelt Baby zu einem Krüppel!

München/Geretsried - Ein Vater hat seinen Sohn so wild geschüttelt, dass dieser unter schweren Folgeschäden leidet. Der 32-Jährige bestreitet die brutale Tat: „Ich habe Sebastian nur gewiegt.“

Sebastian könnte ein ganz normales, aufgewecktes Kind sein. Doch das am 25. August 2008 geborene Baby ist für den Rest seines Lebens auf künstliche Ernährung angewiesen sein. Nur Maschinen halten den kleinen Buben am Leben. Und das alles nur, weil sein Vater ausgerastet ist. Weil Sebastian geschrien hatte, schüttelte ihn Alexander L. zum Krüppel! Jetzt muss sich der 32-jährige Vater vor dem Landgericht München II verantworten.

Alexander L. stammt aus Russland. Wegen deutscher Vorfahren erhielt er 2001 die deutsche Staatsbürgerschaft und fand eine neue Bleibe in Geretsried. Deutsch kann er bis heute nicht, vor Gericht benötigt er einen Dolmetscher. Der gelernte Schweißer war meist arbeitslos, so auch im Januar dieses Jahres. Sebastian in dieser Zeit krank gewesen, er schrie oft.

Am 15. Januar rastete der Vater völlig aus: „Aufgrund des unablässigen Babygeschreis, dass bereits tags zuvor begonnen und sich in der vorangegangenen Nacht fortgesetzt hatte, verlor der Angeklagte die Nerven“, trug der Staatsanwalt vor. Der Vater habe das Kind mindestens dreimal mit erheblicher Gewalt geschüttelt. „Das Schütteln war so heftig“ so die Anklage weiter, „dass Sebastian unmittelbar bewusstlos wurde und Atemstillstand eintrat“. Ärzte konnten zwar das Leben des kleinen Buben retten, doch was ist das noch für ein Leben?

Das Hirn des Kindes ist derart geschädigt, dass es sich nicht kontrolliert bewegen kann. Sebastian kann nicht schlucken und muss täglich 24 Stunden betreut werden. Der Vater, der sich wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten muss, weist eine Schuld von sich: „Ich habe ihn nur gewiegt, aber nicht geschüttelt.“ Das gerichsmedizinische Gutachten spricht eine andere Sprache. Der Prozess wird fortgesetzt.

ebu.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare