Nach langer Pflege

Vater versucht behinderten Sohn umzubringen

München - Wegen versuchten Totschlags an seinem körperlich und geistig behinderten Sohn muss sich ein 82-Jähriger seit Montag vor dem Münchner Schwurgericht verantworten.

Der Rentner, der den Sohn jahrzehntelang betreut hatte, wollte sich nach der Messerattacke umbringen. Nach seinen früheren Angaben glaubte er, dement zu sein und wollte seiner Frau die Versorgung von zwei Pflegefällen ersparen.

Gegen den alten Mann wird vom Landgericht hinter verschlossenen Türen verhandelt. Er leidet nach einem Gutachten unter einer schweren Depression mit Symptomen einer Psychose. Die Richter müssen nun über die beantragte Unterbringung des Rentners in einer Psychiatrie entscheiden.

Laut Antragsschrift waren der Beschuldigte und seine Frau auch die rechtlichen Betreuer des von Geburt an behinderten 53-Jährigen. Im August 2013 habe sich der Rentner entschlossen, den Sohn zu töten. Motiv war sein Glaube, an Demenz erkrankt zu sein, tatsächlich litt er an Parkinson. Der Rentner stieß seinem Sohn ein Küchenmesser in die Brust und sprang vom Balkon im ersten Stock seines Hauses. Vater und Sohn überlebten. Der Sohn lebt nun in einem Heim, der Vater wurde vom Amtsrichter in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Der Prozess ist auf fünf Tage angesetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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