Verärgerter Telekom-Kunde droht: "Sprenge alles in die Luft"

Wolfratshausen - Seine Drohung gegenüber der Deutschen Telekom muss ein 44-jähriger Wolfratshauser teuer bezahlen. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe - wegen Störung des öffentlichen Friedens.

Am 20. Januar dieses Jahres gegen 19 Uhr hatte der Angeklagte, wie er selbst zugab, bei der Telefongesellschaft angerufen. Seit seinem Umzug nach Wolfratshausen habe er mit der Telekom nichts als Ärger gehabt. „W-Lan funktionierte nicht, Fax funktionierte nicht, ständig gab es technische Probleme“, berichtete der Versicherungsfachmann. Zudem seien Rufnummern gesperrt worden, ohne dass er entsprechende Aufträge erteilt habe. Schließlich reichte es ihm. Deshalb habe er am besagten Abend zum Telefon gegriffen, um den Vertrag endgültig zu kündigen. 

Die Version der Call-Center-Agentin, die den Anruf entgegen nahm, liest sich etwas anders: „Der Anrufer erklärte mit ruhiger Stimme: ,Ich habe meine Tasche gepackt und sprenge jetzt alles, was mit der Telekom zu tun hat, in die Luft.‘“ Die alarmierte Polizei rückte mit einem Sondereinsatzkommando aus und traf den Wolfratshauser in seiner Wohnung an - „leicht alkoholisiert und aufbrausend“, wie ein Polizist zu Protokoll gab.

„So etwas muss ernst genommen werden. Was, wenn es tatsächlich so ist?“, machte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft deutlich, dass eine solche Drohung keine Kleinigkeit sei. Zwar stand letztlich Aussage gegen Aussage. Da die Call-Center-Mitarbeiterin ihre Aussage bei der Polizei aber unter Eid bestätigt hatte, sah Amtsrichter Helmut Berger keinen Grund, an ihrer Glaubwürdigkeit zu zweifeln und verhängte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro. (rs)

Rubriklistenbild: © dpa

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