Handy-Wahnsinn am Steuer

Erwischt! Dieser Münchner Busfahrer ist unglaublich verantwortungslos

Der Fahrer eines Linienbusses der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist von einem Fahrgast gefilmt worden, wie er minutenlang während der Fahrt durch die Innenstadt mit dem Handy hantiert – teilweise mit beiden Händen.

Mobiltelefone am Steuer sind tabu! Dieser Meinung ist auch die MVG und zeigt sich in einer Stellungnahme gegenüber der tz entsetzt. Dem Busfahrer, der nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Fahrgäste aufs Spiel gesetzt hat, drohen jetzt heftige Konsequenzen. 

Anstatt konzentriert auf den dichten Verkehr zu achten, spielt der Busfahrer mit seinem Handy.

Dienstag, 1. August: Ernst B. (46, Name geändert) steigt am Ostbahnhof in den Bus der Linie 100. Die Tour führt über die Prinzregentenstraße, vorbei am Friedensengel über den Odeonsplatz bis zum Hauptbahnhof. B. nimmt in der ersten Reihe Platz – mit bester Sicht auf den Busfahrer. Zunächst will er nicht glauben, was vor seinen Augen passiert. Anstatt konzentriert auf den dichten Verkehr zu achten, spielt der Busfahrer munter mit seinem Handy. Den Kopf hält er dabei immer wieder sekundenlang gesenkt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man: Der Busfahrer filmt seine eigene Wegstrecke! 

Der Gipfel des Leichtsinns: Plötzlich hält der Fahrer das Smartphone mit beiden Händen – ein tonnenschwerer Bus mit seinen Fahrgästen im freihändigen Blindflug! Ernst B. filmt alles und stellt das Video exklusiv der tz zur Verfügung. 

MVG-Sprecher Matthias Korte verurteilt das Verhalten des Busfahrers auf Schärfste: „Das ist unverantwortlich und nicht tolerabel. Ich entschuldige mich im Namen der MVG für das offensichtliche Fehlverhalten.“ 

Laut Korte werde jetzt intern ermittelt. Anhand von Zeitangaben und Dienstplänen konnte der Fahrer schnell identifiziert werden. Laut Korte handelt es sich um einen Aushilfsfahrer eines Kooperationsunternehmens. Warum er seine eigene Fahrt gefilmt hat, soll bei einer Befragung geklärt werden. Der Vorfall wird arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Korte: „Eine Abmahnung ist ebenso möglich wie den Busfahrer künftig auf MVG-Linien nicht mehr einzusetzen.“

Lesen Sie hier fünf Gastbeiträge zum Thema MVG:

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