1. tz
  2. München
  3. Stadt

Verbietet München die Klettertürme?

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Das darf nach Meinung der LBK alles nicht sein: Der Kletterturm und das Spielhaus in dem Truderinger Garten. Die Familie geht jetzt juristisch dagegen vor.
Das darf nach Meinung der LBK alles nicht sein: Der Kletterturm und das Spielhaus in dem Truderinger Garten. Die Familie geht jetzt juristisch dagegen vor. © GM

Ein kleines Spielparadies in einem Truderinger Garten sorgt für riesigen Ärger: Die Lokalbaukommission (LBK) verlangt, dass das Spielhaus für die zweijährige Mara (2) und die sechsjährige Schwester (6) Leni (Namen geändert) abgerissen wird.

Und nicht nur das: Auch der Kletterturm im Garten in der Haffstraße, der zigfach in Baumärkten verkauft wird und in tausenden von Gärten steht, ist nach Meinung der LBK „nicht genehmigungsfähig“.

Familie K. will sich das allerdings nicht bieten lassen. Als jetzt die Abrissverfügung für das Kinderspielhaus in ihrem Briefkasten landete, reichte sie Klage beim Verwaltungsgericht ein.

Mama Kerstin K. hatte den Kletterturm im Baumarkt entdeckt und bei der LBK sogar nachgefragt, ob sie ihn aufstellen dürfe. Sie faxte Produktbeschreibung und Maße an die Behörde und erhielt telefonisch die Auskunft, der Turm sei genehmigungsfrei. Die Eltern kauften das Spielgerät, das auch in der unmittelbaren Nachbarschaft schon in drei Gärten steht, und bauten es auf ihrem 400 Quadratmeter großen Grundstück auf. Kurz darauf kam Post von der LBK: „Bedauerlicherweise müssen wir Ihnen mitteilen, dass es sich um eine Nebenanlage handelt, die vom Bebauungsplan nicht erfasst ist und deshalb außerhalb des Bauraums nicht zugelassen werden kann.“ Ihren beiden Töchtern haben die K. die Hiobsbotschaft noch nicht mitgeteilt, zu groß wäre die Enttäuschung. Die Eltern hoffen noch auf ein Einlenken der LBK.

Beim Kinderspielhaus ist damit allerdings nicht zu rechnen. LBK-Sprecher Thorsten Vogel: „Es gibt eine Nachbarbeschwerde. Laut Bebauungsplan sind im Wohnabschnitt 1 – 11 Gartenhäuser mit maximal 6 Quadratmetern erlaubt. Das wird deutlich überschritten.“ Unerheblich ist für die LBK, dass das 8,4 Quadratmeter-Haus der K. in einem doppelt so großen Garten steht wie die meisten der erlaubten Häuschen. Unterschiede zwischen genehmigungsfreiem Spielhaus und Gartenhaus macht die Behörde nicht.

Im Fall des Kletterturms wurde bisher noch keine Abrissverfügung erteilt. Der Chef der Lokalbaukommission, Cornelius Mager, erklärte: „Wir wollen, dass die Eigentümer schöne Spielgeräte aufstellen!“ Türme nahe an Gebäuden oder Grundstücksgrenzen könnten städtebaulich relevant sein. „Wie mit diesen massiven Kinderspieltürmen verfahren wird, muss noch geprüft werden!“

Gabriele Mühlthaler

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare