Das sagen Alteingesessene und Zugezogene

Verblüffendes Ergebnis: So sehen Münchner ihre Stadt

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"Hier gibt es gute Jobs", sagen 65% der Alteingesessenen und 83% der Zugezogenen. Nur fünf Prozent Arbeitslose, dafür schon ein Mangel an Fachkräften in vielen Branchen: Die Jobs verführen die Menschen geradezu an die Isar – darum stimmen hier die Zugezogenen zu. Noch größer fällt die Mehrheit für den Wirtschaftsstandort insgesamt aus.
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"München ist seinen Preis wert", sagen 64% der Alteingesessenen und 55% der Zugezogenen. Sie kommen aus dem Rest der Republik in die Stadt – und die Zweifel beginnen: Wesentlich weniger Zugezogene als Alteingesessene sind sich sicher, dass München seinen (hohen) Preis noch wert ist. Immerhin gibt es noch eine Mehrheit.
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"Die Mieten sind angemessen", sagen 16% der Alteingesessenen und 9% der Zugezogenen. Natürlich der Aspekt, den die Teilnehmer am schlechtesten bewerteten. Die Alteingesessenen aber halten die Mieten deutlich häufiger für gerechtfertigt. Weil sie eher in Eigentumswohnungen leben, Häuschen geerbt haben oder vielleicht sogar selbst Vermieter sind?
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"Ich gehe gerne in den Englischen Garten", sagen 49% der Alteingesessenen und 52% der Zugezogenen. Neben dem Umland das Plus der Stadt – der Englische Garten. Und er wird genutzt: Jeder zweite Münchner (!) gibt an, dass es ihn in der Freizeit regelmäßig in den Englischen Garten zieht. Natürlich die jungen und neuen Münchner etwas häufiger.
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"München ist meine Heimat", sagen 90% der Alteingesessenen und 60% der Zugezogenen. Da gehen die Meinungen auseinander – natürlich schlagen die Herzen fast aller Alteingesessener für ihre Stadt. Aber ist es nicht erstaunlich, dass auch eine deutliche Mehrheit der Zugezogenen München als Heimat bezeichnet? Dass auch sie an der Stadt hängen, belegen andere Teile der Umfrage.
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"Die Stadt ist sehr sauber", sagen 76% der Alteingesessenen und 82% der Zugezogenen. Sauberkeit und Sicherheit – zwei Grundbedürfnisse, mit denen Neubürger deutlich zufriedener sind als die echten Münchner. Insgesamt 79 Prozent loben die Straßenkehrer. Und 71 Prozent fühlen sich auch nachts auf den Straßen sicher.
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"München ist seinen Preis wert", sagen 64 % der Alteingesessenen und 55% der Zugezogenen.

München - Vor drei Wochen haben wir Sie nach Ihrer Meinung zur Stadt gefragt und eine große Umfrage gestartet. Fast 2800 Leserinnen und Leser haben an teilgenommen. Jetzt sind die (überraschenden) Ergebnisse da!

Die Ergebnisse sind da! Vor drei Wochen haben wir Sie nach Ihrer Meinung zur Stadt gefragt und eine große Umfrage in der tz und auf www.tz.de gestartet. Die Resonanz war überwältigend: Genau 2763 Leserinnen und Leser haben sich den Fragebogen vorgenommen. Herzlichen Dank für Ihre Meinungen! Die Gewinner der Verlosung werden wir in den nächsten Tagen benachrichtigen. Typisch München: Wir wollten wissen, wo die Stärken und Schwächen der Weltstadt mit Herz liegen und wie die größten Experten diese bewerten – nämlich Sie, die echten Münchner. Fazit: Mann und Frau unterscheiden sich fast nicht in ihrem Blick auf die Stadt, einer Meinung sind auch die Bürger in Stadt und Umland, sogar Arm und Reich sind sich recht einig. Ganz anders bei den alteingesessenen und den zugezogenen Münchnern.

So unterschiedlich sehen wir unsere Stadt

München – eine Stadt wie ein Bahnhof: Jedes Jahr kommen und gehen Zehntausende Bürger, wobei immer mehr kommen als gehen. So tauschen sich Jahr für Jahr jeweils bald zehn Prozent (!) der Bevölkerung aus – der Druck steigt. In wenigen Wochen werden wir 1,5 Millionen Münchner sein.

Das Kommen und Gehen hinterlässt Spuren: Es sind vielleicht keine Mauern in den Köpfen, aber Grenzen, eher Linien, die alle Münchner in Alteingesessene und Zugezogene trennen. Das ist das Ergebnis unserer großen tz-Umfrage, die wir zusammen mit der Kommunikationsagentur Serviceplan und der Markenberatung Biesalski & Company gestartet haben – fast 2800 Leser haben uns Einblick in ihre Gedanken erlaubt.

Stärken und Schwächen: Es gibt nur einen Trumpf, der noch stärker sticht als Wirtschaft und Jobs – bei alten wie bei neuen Münchnern: Die größte Zuneigung geben die Teilnehmer dem Umland mit den Seen und Bergen – 93 Prozent. Die Wirtschaft kommt auf 92 Prozent. Schon denkwürdig, dass Münchens größte Stärke nicht in der Stadt liegt. Andererseits: München ist eben größer, mehr als nur eine bürokratische Gebietskörperschaft. Auch die Bürger im Umland liegen in ihren Urteilen sehr nah an denen in der Herzkammer. Welche Stadt kann das schon von sich behaupten? „Greater Munich Area“ hieß das früher einmal.

In den Urteilen ganz oben landen sonst sämtliche Facetten der Lebensqualität: Freizeit und Kultur, Gastronomie und Fußball. Noch 61 Prozent der Befragten mag den FC Bayern – allerdings gingen hier die Meinungen am stärksten auseinander. Statistiker sagen: Hier gab’s die größte Streuung. Dann kommt das, was man wirklich zum Leben braucht: Sauberkeit, Sicherheit, Nahverkehr vor Straßenverkehr. Alles mit riesiger Zustimmung über 70 Prozent. Na klar, sagen die Münchner. Aber ob so ein gutes Ergebnis auch in anderen Städten herausgekommen wäre? Am Schluss landen erwartungsgemäß die Preise und die Mieten.

Analyse: Noch interessanter sind die Urteile, wenn man sie getrennt nach bestimmten Bevölkerungsgruppen betrachtet. Wobei sich Männer und Frauen kaum unterscheiden und selbst Arm und Reich sich in vielen Fragen einig sind.

Am häufigsten und am deutlichsten gehen die Meinungen auseinander, wenn man die Wohndauer in der Stadt als Maßstab anlegt. Wir unterscheiden in unserer Analyse zwei Gruppen: Teilnehmer, die mehr als 20 Jahre in München leben – also die Alteingesessenen. Und die Zugezogenen, die erst in den vergangenen Jahren an der Isar angekommen sind. Das erstaunliche Fazit: Die Neubürger ärgern sich mehr über Touristen, Mieten und Preise. Und die Urmünchner granteln bei Sauberkeit, Sicherheit und Jobs. Die Ergebnisse sehen Sie oben in unserer Fotostrecke.

David Costanzo

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