Argumente nur vorgeschoben?

"Traurig!" Defibrillator-Verbot bei Bahn sorgt für Empörung

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Bei der Münchner U-Bahn gibt es schon Defibrillatoren.

München - Die Reaktionen unserer User auf das Verbot der Deutschen Bahn, Defibrillatoren an Münchner S-Bahn-Stationen zu installieren, zeigen wenig Verständnis. Eine Übersicht.

Münchner U-Bahnhöfe machen es vor: Hier stehen bereits 119 Defibrillatoren bereit, die schnell eingesetzt werden können, um ein Leben zu retten. An den S-Bahn-Stationen gibt es laut der Deutschen Bahn jedoch ein Problem: Wegen der besonderen Art der Stromversorgung seien die Geräte dort eher gefährlich. Vorerst werden also keine Defibrillatoren an Münchner S-Bahn-Stationen installiert!

Viele User finden die Aussagen der Deutschen Bahn zu schwammig und können deren Argumente über die Stromversorgung nicht nachvollziehen. Andere sind einfach nur darüber empört, Bahnreisenden die Möglichkeit zu verwehren,ein Leben zu retten. Der eine oder andere bietet der Bahn alternative Lösungsvorschläge an.

Henning:"Verschiedene Magnetfelder richten Schäden an der Elektronik an? Was ist dann mit den ganzen Drehstromloks die einen Frequenzumrichter drin haben (von 16,7 auf 50Hz)? Was ist dann mit der gesamten Elektronik, also Signale, Info-Displays usw.? Laufen die nicht mit 50 Hz? Ich finde das eine sehr schwammige Aussage ..."

Christian Mühlbauer:"Naja was für eine fadenscheinige Aussage der Bahn. Vorschlag an die Bahn zur Güte: Laden sie doch bitte einige der AED-Hersteller ein und bittet sie, mit einer Defibrillationssimulation(es gibt dafür Geräte, die mobil sind und an jedem Ort eingesetzt werden können) und lassen sie überprüfen, ob und wenn ja welche Störung auftritt oder auftreten kann. Bin mir sicher, liebe Bahn AG, es wird einen AED-Hersteller geben, der den geforderten 'Sicherheitsrichtlinien' entspricht. Denn schon morgen könnte z.B. auch ein Bahnvorstand o.ä. auf den LEBENSNOTWENDIGEN bipolaren Schock angewiesen sein und sein Leben gerettet werden. Ich hoffe bald von der Bahn AG zu hören, dass ihnen alle Bahnreisenden es wert sind, ihr Leben zu retten und sich nach einer geeigneten Lösung umsehen."

Neue Argumente sorgen für Diskussions-Bedarf

Waldmeister: "''Die Bahn sieht sich da nicht in der Pflicht". Als Großunternehmen mit vielen Mitarbeitern an einem Platz wie München sollte es üblich sein, dass die Bahn dort schon für die eigenen Leute derartige Geräte im Einsatz hat. Ganz abgesehen davon, dass man an jedem Bahnhof und irgendwann in jedem Zug so ein Teil finden muss. Da hat die Bahn schon Pflichten! Wenn man im Netz etwas sucht, findet man ganz besondere Argument der Bahn. Da geht es um Kosten, Vandalismus, und es sei schwierig den Defi innerhalb von 5 Minuten innerhalb eines langen Zuges an den Einsatzort zu bringen. Da müsste die Aufsichtsbehörde oder die Politik ein Machtwort sprechen. Zu der Zeit, als diese Argumente verbreitet wurden, war der Magnetismus noch keine Thema."

Ulla:"Da hast du schon recht. Aber bei uns auf dem Land hat nicht mal eine Glasscheibe im Wartehäuschen eine Überlebenszeit von mehr als einer Woche. Wie lange sollte so ein Gerät denn überleben? Bevor ich mich auf so ein Gerät im nächsten Bahnhof verlasse, ruf ich besser die 112. Das geht schneller, und das sind Fachleute."

Münchner: "Traurige Einstellung. Sowohl bei Ihnen als auch bei der Bahn. 'Bevor ich etwas mache, lass ich doch die anderen ran. Wird schon richtig sein.' Das ist die Wegschauen-Mentalität, über die hier so oft gesprochen wird.Das ist dann aber leider das Todesurteil des Patienten, da pro Minute, die ein Gehirn auf Sauerstoff verzichten muss, 10% desselbigen abstirbt. Die Argumente der Bahn sind künstlich erzeugt und vorgeschoben. Wahrscheinlich scheut man lediglich die Kosten, da so ein Defi zugegebenermaßen etwas Geld kostet und wir ja wissen, dass die Bahn spart wo es geht. Das sieht man an der Berliner S-Bahn, an den Problemen mit den Klimaanlagen im Sommer, an den Zügen im Allgemeinen etc."

mpa

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