Verbot für wilde Tiere? Circus Krone gelassen

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Manege frei für die große Elefantenshow. Im Circus Krone soll es dieses Spektakel auch künftig geben

München - Trotz der Forderung von Tierschützern, künftig Wildtiere wie Löwen und Elefanten im Zirkus zu verbieten, bleibt man beim Circus Krone ganz gelassen. Vor einem Verbot hat man keine Angst!

Hereinspaziert, hereinspaziert: Am 25. Dezember feiert der Circus Krone die Premiere des Winterprogramms - und zwar mit Elefant Colonel Joe, dem weißen Löwen King Tonga, Nashornbulle Tsavo und den Seelöwen Chico, Tino, Joe und Charlie. Die Verantwortlichen bleiben gelassen wie Artisten vor dem Todessalto: Alle Vierbeiner dürften im Aufgebot stehen - Wildtierverbot hin oder her. Manege frei für Menschen, Sensationen und Tiere!

Am 25. November soll der Bundesrat über das Gesetz entscheiden: Nachdem der Agrarausschuss in Berlin am Dienstag ohne Gegenstimmen für das Verbot votierte, gilt eine Bestätigung fast als sicher. Dann käme es auf die schwarz-gelbe Koalition an: Peitscht sie das Verbot von Elefanten, Löwen, Giraffe und Co. auch durch den Bundestag?

Außerdem gäbe es Regelungen, die Haltung von Wildtieren in Zoo und Zirkus erlauben, dazu würden Amtstierärzte an jeder Spielstätte die Einhaltung der Tierschutz-Leitlinien kontrollieren. „Bei uns ohne Beanstandungen“, sagt Keller. Schließlich beschäftige der Circus zwei Tierärzte und betreibe ein „Seniorenheim“ für alte Tiere in Weßling. Gleichwohl gäbe es in der Branche schwarze Schafe. Aber da sei es Aufgabe der Behörden, diese durch Kontrollen in die Schranken zu weisen. „Nur, weil manche Autofahrer gegen die Verkehrsregeln verstoßen, schafft man ja nicht den Führerschein ab“, vergleicht der Sprecher.

Es sei beschämend, wenn sich Politiker vor den Karren von Tierrechtlern spannen lassen, die Tiere nicht schützen, sondern deren Haltung grundsätzlich ablehnten. Überhaupt müsse man über den Begriff „Wildtiere“ diskutieren. „Unsere Löwen leben in der 13. Generation unter Menschenhand“; sagt Keller. „Die werden nicht mit dem Lasso in Afrika gefangen.“ Nicht zuletzt wollten die Zuschauer Tiere sehen. 85,5 Prozent votierten in einer GfK-Studie für Raubtiere, Pferde und Elefanten, sagt Keller. Und vom Applaus leben nicht nur Artisten, sondern auch Politiker.

David Costanzo

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