Verfahren eingestellt

Prügel-Opfer Teresa Z.: Überraschende Wende

+
Teresa Z. hat einen Strafbefehl wegen Beleidigung erhalten. Kleines Foto: In der Polizeiinspektion 21 Am Neudeck (Au) war sie zum Prügel-Opfer geworden

München - Überraschende Wende im Fall Teresa Z.: Mehrere Verfahren gegen das Prügel-Opfer von der Au sind nach tz-Informationen eingestellt worden.

Das Prügelopfer von der Au: Sechs Monate haben Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Teresa Z. (23) ermittelt. Ihre Wohnung wurde nach Drogen durchsucht, eine Haarprobe musste sie abgeben, ihr Handy wurde akribisch auf verdächtige Kurzmitteilungen und E-Mails überprüft. „Das war eine extrem nervenaufreibende Zeit“, sagt Teresa Z. zur tz. Insgesamt liefen gegen die junge Frau, der Polizeihauptmeister Frank W. (33) mit mindestens einem Faustschlag Nase und Augenhöhle gebrochen hatte, vier Ermittlungsverfahren. Nach tz-Informationen sind jetzt aber drei davon eingestellt worden!

Die Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung sowie des Verdachts wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sind allesamt vom Tisch. Lediglich wegen Beleidigung hat Teresa Z. einen Strafbefehl über 50 Tagessätze à 15 Euro erhalten.

Viermal hatte die Münchnerin die Beamten der Polizeiinspektion in der Au an jenem 20. Januar 2013 „Hurensöhne“ genannt, als diese sie im Streifenwagen gefesselt und später dann auf der Pritsche in der Haftzelle fixiert hatten. Für diese Beleidigungen muss Teresa Z. 750 Euro zahlen. „Das ist ein Ergebnis, das meine Mandantin akzeptieren kann“, sagt Opfer-Anwalt Franz J. Erlmeier.

Am Dienstag muss sich Polizist Frank W. vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat den Beamten der vorsätzlichen Körperverletzung im Amt angeklagt. Der Polizist beruft sich auf eine Notwehrsituation. Er habe einen Kopfstoß von Teresa Z. abgewehrt.

Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Gutachten allerdings kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Der Beamte hatte nicht reflexartig zugeschlagen, um sich vor einem Kopfstoß zu schützen. Ein solcher Stoß würde in der Regel aus wenigen Zentimetern ausgeführt – und man könne einem solchen Angriff deshalb weder ausweichen noch ihn verteidigen!

jam

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion