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Verfassungsgericht will Fall Böhringer nicht neu aufrollen

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Benedikt Toth beteuert, nicht der Mörder zu sein. ebu

München - Benedikt Toth (34), voriges Jahr wegen des Mordes an seiner Tante Charlotte Böhringer zu lebenslanger Haft verurteilt, hat eine neue Niederlage erlitten.

Das Bundesverfassungsgericht hat seine Verfassungsbeschwerde ohne Verhandlung abgelehnt, wie Verteidiger Peter Witting gestern mitteilte. Jetzt bleibt dem Verurteilten, der seit dreieinhalb Jahren seine Unschuld beteuert, nur noch die Hoffnung auf den Ausgang eines Erbunwürdigkeitsverfahrens. Sein Bruder hat es angestrengt, um den Fall auf dem Umweg über das Zivilgericht noch einmal aufzurollen.

Die Parkhaus-Millionärin Charlotte Böhringer (59) war am 15. Mai 2006 im Flur ihres Penthouses über dem Parkhaus an der Baaderstraße mit mindestens 24 Schlägen auf den Kopf umgebracht worden. „Bence“ Toth geriet sofort ins Visier der Fahnder, insbesondere wegen eines starken Tatmotivs. Die Tante zürnte ihm wegen des von ihr finanzierten Jurastudiums, sprach gegenüber Zeugen davon, ihn aus ihrem Testament zu streichen.

Fast genau ein Jahr nach ihrem gewaltsamen Tod begann gegen ihren einstigen Lieblingsneffen vor dem Schwurgericht der Indizienprozess, der nach 15 Monaten mit einem Schuldspruch endete. Die Revision gegen das Urteil wurde heuer im Frühling verworfen, Witting legte Verfassungsbeschwerde ein, die zur Verhandlung nicht zugelassen wurde. „Das lässt die professionellen Begleiter dieses Verfahrens fassungslos zurück“, so der Anwalt. sl

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