18 Polizeiautos im Einsatz

Verfolgungsjagd: Er stoppte den roten Raser

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Polizist Roland B. (30, oben eingeklinkt) schilderte vor Gericht den heftigsten Einsatz seiner Laufbahn. Der Mazda-Raser wurde auf der A8 gestellt.

München - Als Polizeibeamter hat Roland B. (30) schon manche Verfolgungsjagd hinter sich gebracht. Doch was er am 13. Oktober 2013 erlebte, kannte er so noch nicht. Jetzt landete der krasse Fall vor Gericht.

Als Polizeibeamter hat Roland B. (30) schon manche Verfolgungsjagd hinter sich gebracht. „Aber so etwas kannte ich nicht mal aus Erzählungen meiner Kollegen“, sagte er am Mittwoch als Zeuge vor dem Schöffengericht. Über 87 Kilometer jagte er am 13. Oktober 2013 mit seinem Dienst-BMW 320d einem roten Mazda 323 hinterher. Mit Tempo 140 mitten in der Stadt und über rote Ampeln hinweg, versuchte Autodieb Patrick S. (24) zu enkommen. Der Täter schreckte auch vor gefährlichen Ramm-Manövern nicht zurück …

Mit einem gestohlenen Auto und Alkohol im Blut raste Patrick S. (24) durch die ganze Stadt: Jetzt muss er zweieinhalb Jahre in den Knast.

Polizeihauptmeister Roland B. und seine Kollegin hatten den roten Mazda auf der Leopoldstraße gestoppt. „Plötzlich ist er mit quietschenden Reifen davongefahren.“ Den Mazda hatte der mehrfach vorbestrafte Österreicher Patrick zusammen mit seinen Spezln Andreas C. und Petar T. in einer Tiefgarage in Innsbruck gestohlen, um eine Spritztour zu machen. Einen Führerschein hatte er nicht, dafür Alkohol im Blut.

Diese Flucht hatte es in sich: Trotz nasser Fahrbahn jagte Patrick S. mit Tempo 140 die Leopoldstraße stadtauswärts. Seine Freunde hätten ihn dabei angefeuert, sagt der Angeklagte: „Hau ab, gib Gas!“ Trotz roter Ampeln raste er über etliche Kreuzungen hinweg. Mit Blaulicht und Martinshorn heizten Roland B. und seine Kollegin hinterher.

Auf der Ingolstädter Straße versuchte der ­Polizist, rechts an dem Mazda vorbeizukommen: „Da zog der Fahrer plötzlich nach rechts. Ich konnte gerade noch bremsen und ausweichen, sonst hätte es gekracht.“

Bei der weiteren Verfolgung über die B 13, A 92 und A 99 sah der Be­amte von weiteren Überholmanövern ab. An der Jagd beteiligten sich inzwischen 18 Polizeifahrzeuge und ein Hubschrauber. Auf dem Autobahnkreuz München Süd-West bog der Täter wieder nach München ab. Die Flucht ging weiter über den Mittleren Ring Nord.

An der Kreuzung Balanstraße wollte die Polizei den Mazda stoppen. Der Wahnsinns-Raser wich rücksichtslos auf den Gehweg aus und entkam! Über die Ständlerstraße und die A 995 erreichte der Täter das Brunnthaldreieck. Auf der A 8 gelang es einer Zivilstreife und dem Beamten Roland B., den Mazda in die Zange zu nehmen. Dabei rammte Patrick S. den Polizei-BMW zweimal! Schaden: rund 13 000 Euro. Roland B. konnte mit dem beschädigten Streifenwagen den Raser ausbremsen.

„Es ist dem Zufall zu verdanken, dass keine Personen zu Schaden kamen“, sagt Staatanwalt Erik Pöttker. Er fordert zweieinhalb Jahre Knast. „Ich halte den Antrag der Staatsanwaltschaft für völlig überzogen“, kontert Verteidiger Peter Schneider. Urteil: zweieinhalb Jahre Gefängnis!

Eberhard Unfried

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