Nun drohen ihnen Haftstrafen

Vergewaltiger vor Gericht - sie lachten bei Festnahme

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Jetzt stehen sie vor Gericht: Arash A. (r.) und Mohammad M. haben eine Frau vergewaltigt.

München - In betrunkenem Zustand haben zwei Männer im vergangenen Jahr eine Frau im Alten Botanischen Garten vergewaltigt. Vor Gericht zeigen sie sich zunächst wenig einsichtig.

Vier Jahre und zwei Monate. Das ist am Ende die maximale Strafe, die zwei Vergewaltiger erwartet, denen seit gestern der Prozess am Landgericht gemacht wird. Laut Anklage haben Arash A. (40) und Mohammad M. (31) eine Frau im Botanischen Garten mit Gewalt zum Sex gezwungen. Die Vorwürfe haben sie nach einem Rechtsgespräch eingeräumt.

Am 6. August 2016 waren die beiden Männer gegen 22.30 Uhr abends noch in der Stadt unterwegs. Kurzerhand gingen sie in den Alten Botanischen Garten. Dort sahen sie Rosalia B. (59) im Dunkeln auf einer Parkbank sitzen und boten ihr Alkohol an. Sie lehnte ab, die beiden Angeklagten wurde sie aber nicht mehr los. Gemeinsam packten Arash A. (40) und Mohammad M. (31) die Frau nach einem kurzen Gespräch und schleppten sie in ein Gebüsch. Dort rissen sie ihr die Kleider vom Leib, hielten ihr den Mund zu und vergewaltigten sie brutal.

Tatort: Im Alten Botanischen Garten haben die beiden Männer ihr Opfer vergewaltigt.

Zivile Polizisten erwischen Männer auf frischer Tat

Nur durch Zufall hörte ein Zeuge die Schreie des Opfers und suchte nach Hilfe. Zwei zivile Polizisten wurden auf den Mann aufmerksam und rannten zum 15 Meter entfernten Tatort. „Wir näherten uns von zwei Seiten und erwischten sie auf frischer Tat“, sagten die Beamten aus. Einen der Täter zogen sie von der Frau weg, als er noch zwischen ihren Beinen lag.

„Sie war völlig verzweifelt und schnappte nach Luft“, erinnerte sich ein Beamter. „Die Männer dagegen nahmen uns gar nicht ernst und lachten nur“, sagte sein Kollege aus. Dann aber klickten die Handschellen für die beiden Vergewaltiger. Sie waren stark angetrunken und wehrten sich. Die Polizisten mussten sie am Boden fixieren.

Angeklagte müssen von Verteidigern umgestimmt werden

Auch vor Gericht sind sich die Männer zunächst keiner Schuld bewusst und wollen nicht aussagen. Erst die Verteidiger stimmen sie um - und drücken den Strafrahmen im Rechtsgespräch auf maximal vier Jahre und zwei Monate. Im Gegenzug legten Arash A. und Mohammad M. dann ein Geständnis ab.

Laut Richter Max Boxleitner haben sie „eine schwere Straftat“ begangen. 3000 Euro Schmerzensgeld zahlte Arash A. außerdem an Rosalia B. Sie ist bis heute schwer traumatisiert - so stark, dass sie vor dem Prozess in eine Klinik eingewiesen wurde. Aus Angst, den Männern wieder zu begegnen, die sie vergewaltigt haben. An diesem Freitag fällt das Urteil in dem Prozess.

Andreas Thieme

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