Rückfallgefährdeter Sexualstraftäter

Vergewaltigung? Liebesdamen belasten ihn schwer

+
Wolfgang W. soll versucht haben, zwei Prostituierte zu vergewaltigen. Er gilt als rückfallgefährdeter Sexualstraftäter. Doch er streitet alles ab.

München - Er gilt als rückfallgefährdeter Sexualstraftäter. Seit Montag muss sich Wolfgang W. (52) vor Gericht verantworten. An zwei Abenden im April 2014 soll der arbeitslose Kaufmann in seiner Wohnung in Laim versucht haben, jeweils eine Prostituierte zu vergewaltigen.

 Ein Opfer erhebt schwere Vorwürfe, spricht unter Tränen von „Todesangst“. W. streitet alles ab.

Im Internet sucht er die schnelle Nummer. Am 8. April 2014 wird er auf eine Anzeige im Netz aufmerksam. Die dunkelhäutige Naomi R. (Name geändert) hat es ihm angetan. Man verabredet sich in seiner Wohnung. Er bezahlt das Taxi und 145 Euro für eine Stunde Spaß. Sie trinken Wodka – mehrere Gläser. Naomi R. spricht kein Deutsch, es gibt Verständigungsprobleme. Dann wird Wolfgang W. laut Anklage ungeduldig. „Ich bin hier der Boss“, soll er in einem gebieterischen Tonfall gesagt haben, als er Naomi R. ein Klappmesser an die Kehle hält. Eingeschüchtert folgt sie seinen Befehlen und entblößt sich. Unter einem Vorwand kann sie aber ins Badezimmer flüchten. Dort ruft sie ihre Cousine an. Die verständigt die Polizei, die W. noch in der selben Nacht festnimmt, ihn aber am nächsten Morgen wieder frei lassen muss. W. will von all dem nichts wissen. „Mit dem Messer habe ich nur die Wodka-Flasche geöffnet“, erklärt er. Naomi R. spricht auch von Drogen. „Das waren nur meine Medikamente.“, hält W. dagegen.

Einen Tag später trifft sich W. mit der Hobby-Prostituierten Sylvia V. in seiner Wohnung. Wieder ist Alkohol im Spiel. Man kennt sich aus dem Internet. Es kommt zum Sex. Dann kippt die Stimmung. Sylvia V. wehrt sich, beginnt zu schreien. Wolfgang W. lässt nicht locker. Erst nach zehn Minuten gibt er auf. Weil Sylvia V. ihm mit einer Anzeige droht, stellt er sich selbst, bestreitet aber die Vorwürfe. Am Mittwoch soll ein Urteil fallen.

J. Heininger

auch interessant

Kommentare