Er schlich in das Zelt der Frau

Vergewaltigung während der Wiesn: 49-Jähriger filmte seine Tat

Ein 49-Jähriger steht vor Gericht, weil er auf einem Campingplatz eine Wiesn-Touristin vergewaltigte und es bei einer zweiten versuchte. Bei dem Prozess gestand er seine Taten.

München - Eigentlich sollte der Aufenthalt in München zum Feiern auf der Wiesn dienen, doch er entwickelte sich für zwei Frauen zum Albtraum: Ein 49-Jähriger vergewaltigte im vergangenen Jahr auf einem Campingplatz in Obermenzing eine Touristin und versuchte es sechs Tage darauf bei einer zweiten. Bereits am Dienstag könnte ein Urteil gesprochen werden.

Der 49-Jährige wurde bei seinem zweiten Versuch überwältigt und gestand seine Taten. Am 30. September 2016 wurde der bereits vorbestrafte Mann von einem Sicherheitsbeamten erwischt, als er auf dem Campingplatz in das Zelt einer jungen Touristin aus Kalifornien schlich. Die Sicherheitskraft konnte den Täter festhalten, bis die Polizei kam und den Mann verhaftete. 

Ein Fall führte zum nächsten

Eine andere Frau traf es noch schlimmer: Auf dem Handy des 49-Jährigen fand die Polizei ein Video, auf dem die Vergewaltigung einer anderen Frau zu sehen war. Das Vorgehen war dabei dasselbe: Am 24. September schlich Gerrit S. in das Zelt von Melissa S. und missbrauchte die Wiesn-Touristin, während sie schlief.

Bei dem Prozess verkündete der Vorsitzende Richter Gilbert Wolf, dass auf Gerrit S. höchstens drei Jahre und neun Monate Haft warten, wenn dieser seine Tat gesteht. Der 49-Jährige folgte der Anweisung und räumte seine Vergehen über seinen Anwalt ein. Zudem ergriff er die Chance, sich persönlich in der Öffentlichkeit zu entschuldigen: „Ich schäme mich“, soll er bei dem Prozess gesagt haben. „Es tut mir leid. Und das ist keine Floskel.“

Allgemeine Informationen über den Täter

Gerrit S. hat allgemein eine genetische Hörschwäche, die ihn nach einer Mittelohrentzündung im Kindesalter noch mehr einschränkte. Aufgrund dessen ist der mittlerweile 49-Jährige schwerhörig.

Über sein Leben ist ebenfalls bekannt, dass Gerrit S. gelernter Gartenbau-Ingenieur ist und bei mehreren Baumärkten als Leiter arbeitete. Doch nach seiner letzten Tätigkeit in Martinsried wurde der Mann arbeitslos, kaufte sich einen Wohnwagen in Obermenzing und lebte seitdem von Arbeitslosengeld. 

In Zukunft möchte der 49-Jährige aber einiges ändern: Neben einer Therapie würde er nach dem Gefängnis gerne zu seinen Geschwistern ziehen, die ihm einerseits als Psychotherapeut und andererseits als Bewährungshelferin helfen wollen. 

Der Mann war bereits vorbestraft

Wie die sueddeutsche.de darüber hinaus berichtet, soll Gerrit S. schon einmal aufgrund Frotteurismus vor Gericht gewesen sein. Das bedeutet, er rieb sich auf öffentlichen Plätzen an fremden Menschen. Ein Urteil wird noch in dieser Woche erwartet.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Matthias Balk

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