Verhinderter Drogenhändler flüchtet zur Polizei

München - Bei seinem Versuch, sich im Drogenmilieu verdient zu machen, ist ein 21-Jähriger kläglich gescheitert. Er konsumierte die Drogen, die er verkaufen sollte - und ging am Ende aus Angst zur Polizei.

Im Auftrag von zwei Männern - einem 21-jährigen deutschen Studenten und einem 27-jährigen Autohändler - sollte der junge Mann laut Polizei einhundert Gramm Marihuana verkaufen. Er hatte die Droge zunächst auf Kommission erhalten und sollte bezahlen, sobald er selbst das Geld eingenommen hatte.

Doch dazu kam es nicht: Der junge Mann konnte der Versuchung offenbar nicht widerstehen und rauchte das Marihuana selbst. Natürlich konnte der arbeitslose Mann nun die mit den Serben vereinbarten 700 Euro nicht zahlen. Die ergriffen die nächste Gelegenheit, den 21-Jährigen persönlich zu erwischen: Als der junge Mann in einem Bus nach Neuhausen saß, erkannte ein gemeinsamer Bekannter der drei Beteiligten ihn wieder. Dieser Bekannte alarmierte nun per Telefon die Serben, die wiederum mit dem Auto zur nächsten Bushaltestelle eilten. Dort passten sie ihren Schuldner ab und forderten nach Angaben der Polizei „unmissverständlich“ das ausstehende Geld. Sie drohten dem Deutschen massiv - „Wir werden dir die Zähne ausschlagen!“ - und schlugen dann auch mehrfach auf das Auge und das Ohr des 21-Jährigen. Dieser flüchtete direkt zur nächsten Polizeistation. Dort erstattete er Anzeige wegen räuberischer Erpressung. Die beiden Serben wurden daraufhin in der Wohnung des Studenten festgenommen.

Bei der Durchsuchung des Kellers fanden die Beamten mit einem Spürhund neben einer geringen Menge Marihuana auch 100 Gramm Kokain, versteckt in einer Stoffpuppe. Der 27-Jährige gab an, dass der jüngere Serbe davon nichts gewusst habe. Weil er keinen festen Wohnsitz hat, blieb der ältere Serbe in Polizeigewahrsam und wurde heute einem Richter vorgeführt. Auf beide Serben kommt ein Verfahren wegen räuberischer Erpressung sowie wegen illegalen Besitzes und Weitergabe von Drogen zu. Den 21-jährigen Deutschen erwartet eine Anzeige wegen illegalen Drogenbesitzes.

Ann-Kathrin Gerke

Rubriklistenbild: © dpa

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