Harald F. vor Gericht

Verkaufte er Nazi-Ware über Web-Shop?

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Verteidiger Frank Mitsch vertritt Harald F. (33, re.) im Prozess vor dem Landgericht.

München - "Eine Straftat ist für mich nicht erkennbar", sagte Harald F. vor Gericht. Dabei erhebt die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen den Mann.

Ganz aufrecht sitzt er da. Das massige Kreuz durchgestreckt, die Haare abrasiert, dazu trägt Harald F. (33) ein breites Tattoo quer über den Nacken. Der Ofenbauer verzieht keine Miene. Aber weiß genau, was er sagen will: „Eine Straftat ist für mich nicht erkennbar.“

Mit diesen Worten bügelt Harald F. alle Anklagevorwürfe weg. Er ist sich keiner Schuld bewusst! Dabei erhebt die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen den Mann.

Auf dieser Internetseite wollte Harald F. seine T-Shirts verkaufen.

Anfang 2013 soll F. einen Vertrieb für T-Shirts im Internet gegründet haben. Mutmaßlich wollte er so Ware mit rechtsradikalen Botschaften verbreiten – mit Aufdrucken wie „Nazisupermensch“ oder „Nichtjude“. Beteiligt an dem Geschäft soll laut Anklage auch Martin W. gewesen sein – er sitzt für sieben Jahre im Knast, weil er einen Sprengstoffanschlag auf das jüdische Zentrum in München geplant hatte.

Harald F. aber versteht den ganzen Wirbel nicht. „Solange nicht Adolf Hitler auf den Shirts stand und sie verbreitet wurden“, sagt er höhnisch. Denn Beamte hatten genau solche Ware bei ihm zuhause sichergestellt. Wegen Volksverhetzung, Verwendung von verfassungswidrigen Kennzeichen und Verbreiten von Propagandamitteln droht Frank F. nun selbst der Knast. Das Urteil gegen ihn soll bereits diesen Freitag fallen.

thi 

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