Unsere Stadt der Zukunft

Verkehr, Wohnen & Arbeit: Das wünschen sich Münchner für München

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Wo steht München in einigen Jahren? 100 Bürger haben jetzt gesagt, wo der Weg hingehen soll.

München wächst! Um die Bürger in die Gestaltung der Zukunft einzubeziehen, hat der Planungsverband gemeinsam mit dem Nexus-Institut 100 Münchner und acht Menschen aus angrenzenden Landkreisen zu den brennenden Zukunftsfragen der Stadt befragt.

München - Vier Tage lang haben sich die Teilnehmer je acht Stunden zusammengesetzt – ihre Ideen sollen jetzt der Politik helfen, Strategien für das Wachstum der Region zu entwickeln.

„Ich glaube, dass wir das, was Sie erarbeitet haben, im neuen Regionalplan wiederfinden werden“, sagte der Starnberger Landrat Karl Roth Dienstag bei der Vorstellung des Bürgergutachtens zu den Teilnehmern. Die tz stellt die wichtigsten Punkte vor:

Wohnen: Der Bedarf an neuem Wohnraum ist gigantisch: 160.000 neue Wohnungen müssen in den kommenden Jahren entstehen, damit die Region mit dem erwarteten Zuzug fertig werden kann. Die Befragten sprechen sich mehrheitlich dafür aus, die Bemühungen nicht nur auf die Stadt München zu konzentrieren, sondern die Zentren außerhalb der Stadt zu stärken. Für die Stadt wünschen sich die Befragten eine Nachverdichtung der bestehenden Strukturen, gepaart mit innovativen Hochbaukonzepten – etwa mit Dachgärten oder der Vernetzung mehrerer Häuser durch Brücken.

Wirtschaft: Die Wirtschaft ist der Wachstumsmotor für die Region – für die Teilnehmer ist sie ein eher untergeordnetes Thema. Das Bürgergutachten fordert einen gesunden Branchenmix mit traditionellen und innovativen Unternehmen. Bemerkenswert: Die Teilnehmer wünschen sich eine verstärkte Förderung von Ausbildungsberufen. Außerdem fordern Sie eine höhere (auch finanzielle) Wertschätzung von sozialen Berufen.

Verkehr: Mit am meisten Sorgen macht den Bürgern die Situation auf den Straßen und Schienen. „Wir stehen permanent kurz vorm Verkehrsinfarkt“, konstatiert Teilnehmer Martin Stockl aus Erding. Die Studienteilnehmer wünschen sich weniger Autoverkehr in der Stadt und im Umland – zwei Drittel der Teilnehmer wollen den Autoverkehr gar einschränken. Stattdessen sollte nach ihrer Ansicht der öffentliche Nahverkehr massiv ausgebaut werden. Eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Verkehrsinfarkt soll das Rad spielen.

Grünflächen: Das Wachstum der Region darf nicht zu Lasten der vorhandenen Grünflächen gehen, fordert das Gutachten.

Umfrage: Das ist den Münchnern wichtig

Grün in der Stadt erhalten: „Mir ist es wichtig, dass wir die vorhandenen Grünzüge trotz des Wachstums der Region erhalten. Sie sind nicht nur wegen ihres Freizeitwerts wichtig, sondern auch für das Klima und die Luft in der Stadt. Dort ist es besonders wichtig, das aktuell vorhandene Grün zu schützen und vielleicht sogar neues zu schaffen. Etwa durch den vermehrten Bau von Dachgärten.“ Nils Schürmann (24), Lebensmittelchemiker, Unterschleißheim

Bezahlbares Wohnen wichtig:

„Mir liegen vor allem bessere Netzverbindungen und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum am Herzen. Es darf nicht soweit kommen, dass sich nur noch die Reichen das Leben in unserer Region leisten können. Es ist wunderbar, dass hier ganz normale Menschen zu Wort kommen, hoffentlich wird unsere Meinung jetzt auch beachtet.“

Melanie Haitz (45), Assistentin aus

Erding

Verkehr reduzieren: „Wir könnten die Stadt am besten dadurch entlasten, wenn wir mehr autarke Wohngebiete hätten, in denen die Bewohner mit Dienstleistungen und Waren des täglichen Bedarfs bestens versorgt sind. Dann würde schon mal viel Verkehr wegfallen. Besonders wichtig ist der Ausbau von Kitas, damit Familie und Beruf besser vereinbar werden.“ Monika Bauch (47), Unternehmensberaterin

ÖPNV weiter ausbauen: „Der Verkehr in der Region ist ein notwendiges Übel. Aber wer wie ich schon mal mehrere Jahre ausschließlich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen war, ist Kummer gewöhnt. Der ÖPNV ist toll, wenn man nach München will. Uns fehlen aber die Querverbindungen zwischen den Landkreisen. Wenn ich von Erding nach Freising will, muss ich über den Flughafen fahren – das ist doch absurd!“ Martin Stockl (54), ­Elektroingenieur aus ­Erding

Die Regionen vernetzen:

 „Mich hat die zufällige Zusammensetzung der Arbeitsgruppen gereizt. So waren wir frei von Lobby-Interessen, und man kam abseits des eigenen Bekanntenkreises mit anderen Sichtweisen in Berührung. Ich halte es für wichtig, von der Zentralisierung auf München wegzukommen und die Regionen besser zu vernetzen. Allerdings müssen sich die Städte und Kreise im Umland auch attraktiver präsentieren, damit nicht alle nur nach München ziehen wollen.“

Frank Kuhn (55), Bankkaufmann aus Pöcking

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