17 Verletzte, rund 250.000 Euro Schaden

Die Qualm-Hölle von Berg am Laim

München - Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Berg am Laim haben sich 17 Menschen leicht verletzt. Die Betroffenen hatten Glück im Unglück.

Die langen Gänge sind pechschwarz, von den Türen ist der Lack geplatzt, beißender Brandgeruch weht durch das Mietshaus an der St.-Veit-Straße: Hier erlebten die mehr als 100 Bewohner am Montagabend eine schlimme Qualm- und Feuerhölle. Für 17 Mieter, darunter fünf Kleinkinder, endete der Alptraum im Krankenhaus. Rauchvergiftung!

Die Bilder des Brandes in dem Münchner Mehrfamilienhaus

16 Verletzte bei Brand in Münchner Mehrfamilienhaus

Der zerstörerische Brand bricht gegen 21 Uhr in einem 1-Zimmer-Apartement im 2. Stock aus. Eine 32-jährige Betriebswirtin sitzt zu diesem Zeitpunkt an ihrem Computer, als sie plötzlich einen merkwürdigen Geruch in der Nase hat. Hinter ihrem Bett brennt es, ein Kabelstrang hat Feuer gefangen.

Die Frau versucht mit einer Flasche Wasser, die Flammen zu löschen. Vergeblich. Das Feuer greift auf das Bett über. Schnell steht das Apartment im Vollbrand. Die Betriebswirtin flüchtet gerade noch rechtzeitig.Nachbarn alarmieren derweil die Feuerwehr, die innerhalb kürzester Zeit da ist. Als das Feuer ausbricht, liegt Liviu F. (28) mit seiner Freundin im Bett, das Paar schaut fern. Plötzlich schlägt eine dunkle Qualmwand gegen sein Fenster: „Wir sind Hals über Kopf raus aus der Wohnung.“ Auf der Flucht durch die verrauchte Gänge klingelt der Servicetechniker noch bei etlichen Nachbarn, um auch sie zu warnen.

Während der junge Mann sich mit seiner Freundin alleine in Sicherheit bringen kann, steht Christine R. (51) auf ihrem Balkon. Die Münchnerin hat starkes Asthma, sie traut sich nicht in den verqualmten Gang. „Ich hatte solche Panik.“ Lange Minuten vergehen, bis sie von Feuerwehrlern gerettet wird. Die Nacht zum Dienstag verbringt sie im Krankenhaus, kann am Morgen wieder heim.

Familie M. hat nicht mal mehr ein Dach überm Kopf. Ihre kleine 2-Zimmer-Wohnung im zweiten Stock ist unbewohnbar. „Der ganze Boden ist vom Löschwasser patschnass“, erzählt Familienvater Bangeen (36). Er hatte seine drei kleinen Kinder gemeinsam mit einem Freund über ein Vordach gerettet. Seiner Frau Khsiar (29) war der Weg ins Freie durch den giftigen Qualm im Flur abgeschnitten. Sie wurde von der Feuerwehr über eine Leiter aus der Wohnung gebracht.

Parallel zu den Löscharbeiten treten die Feuerwehrler 20 Wohnungstüren ein. Sie müssen sicher gehen, dass sich hier keine Mieter aufhalten, die von der Qualm-Hölle nichts mitbekommen haben. Nach ersten Schätzungen ist an dem dreistöckigen Gebäude, das Anfang 1970er Jahre erbaut worden ist, ein Schaden von mindestens 250 000 Euro entstanden. Die genaue Brandursache klären derzeit die Brandfahnder der Münchner Kriminalpolizei.

Jacob Mell

Rubriklistenbild: © Gaulke

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