Oberlandesgericht erhöht Schmerzensgeld

Vermieter drischt mit Gullydeckel auf ihn ein!

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So schrecklich hat der rabiate Vermieter sein Opfer mit einem Gullydeckel zugerichtet

Fritz Sch. (81) zieht im Gericht einen schweren Gullydeckel aus seiner Aktentasche: "Damit hat mir mein Vermieter mehrfach auf den Kopf geschlagen!" Wie es dazu kam, lesen Sie hier.

Das Trumm, das den Ablauf im Waschkeller seines Hauses in Gröbenzell abdeckte, war schon Gegenstand vieler Prozesse. Am Donnerstag zog das Oberlandesgericht einen Schlussstrich – und der kommt dem rabiaten Vermieter Albert Z. teuer zu stehen.

Der blutige Vorfall ereignete sich am 21. April 2008. „Ich habe viele Mietprozesse gegen ihn gewonnen“, sagt Fritz Sch. stolz, der früher einmal Direktor einer Bank war. Damals stand ein neuer Streit an: Im Keller tropfte eine Wasserleitung. Sein Vermieter habe lange nicht reagiert. Schließlich sei der Schaden doch behoben worden. Später wollte sich Albert Z. die Reparaturstelle ansehen.

Was dann passierte, schildert Fritz Sch. so: „Der hat plötzlich den Gullydeckel in der Hand gehabt. Ich weiß gar nicht, wie er den herausreißen konnte. Da gehört unheimlich viel Kraft dazu.“

Fritz Sch. ist noch heute von dem Angriff gezeichnet.

Mit verzerrtem Gesicht sei sein Vermieter ihm gegenübergestanden. Fritz Sch. wusste nicht was los ist. „Ist Ihnen nicht gut?“, fragte er. „Da hat er mir den Gullydeckel ins Gesicht geschlagen.“ Weitere Schläge seien gefolgt: Abwechselnd mit dem Gullydeckel und seinem Zollstock. Er wisse noch heute nicht, warum Albert Z. so ausgetickt sei: „Es ist kein böses Wort gefallen.“

Das Amtsgericht Starnberg verurteilte Albert Z. wegen gefährlicher Köperverletzung zu acht Monaten Haft – auf Bewährung. 3000 Euro Schmerzensgeld sollte er seinem Opfer zahlen.

Das war Fritz Sch, der im Gesicht mehrfach genäht werden musste und noch heute unter den Narben leidet, zu wenig. Das Landgericht München II erhöhte auf 5000 Euro. Außerdem wurde der gewalttätige Vermieter dazu verdonnert, sich dem Haus des Ex-Bankers nicht mehr zu nähern.

Beide Seiten griffen das Urteil an. Fritz Sch. ging als Sieger hervor: Das Oberlandesgericht erhöhte auf 7000 Euro Schmerzensgeld. Der Vermieter muss auch die Brille des Opfers und alle Folgekosten für die blutige Attacke bezahlen. Und Albert Z. muss mindestens 30 Meter Abstand zu Fritz Sch. einhalten.

Dieser wohnt nach wie vor in dem Haus: „Wegen meiner kranken Frau.“

Eberhard Unfried

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