Münchner auf dem Weg zur Mutter erschlagen

Dessau-Roßlau  - Ein seit dem 9. Januar vermisster Münchner ist tot in einem Waldgebiet in Sachsen-Anhalt gefunden worden. Er wurde wahrscheinlich Opfer eines Gewaltverbrechens.

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Um 21.24 Uhr hörte seine Mutter zum letzten Mal die Stimme ihres Sohnes. Es war der Montag vor einer Woche. Ulf M. (39) sagte, dass er auf dem Weg von München zu ihr nach Trittau (Schleswig-Holstein) sei und gerade an einer Tankstelle irgendwo in Brandenburg Halt mache. Daheim kam Ulf M. nie an. Auch der weiße Umzugstransporter mit Münchner Kennzeichen war verschollen – bis Sonntagvormittag. Da entdeckte ein Förster den Mercedes Sprinter in einem Waldgebiet in Sachsen-Anhalt, an der B 187 zwischen den Orten Roßlau und Coswig.

Die Beamten öffneten den Laderaum – und fanden eine Leiche. Ulf M. lag zwischen seinem eigenen Hausrat und Möbeln auf der Ladefläche. Schnell war den Beamten klar, dass der 39-Jährige Opfer von massiver Gewalt geworden war. Eine Obduktion bestätigte den Verdacht. „Es wurde mehrfache stumpfe Gewalteinwirkungen am ganzen Körper festgestellt“, teilte Oberstaatsanwalt Christian Preissner von der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau am Montag mit.

Offensichtlich wurde Ulf M. vor seinem Tod schwer misshandelt, geschlagen und getreten. Alles spricht dafür, dass er das Opfer eines Raubmordes wurde. Er soll mehrere tausend Euro Bargeld bei sich gehabt haben, das nun fehlt. In den Tagen seines Verschwindens wurde zudem mit seiner EC-Karte sein Konto abgeräumt. Das Geld wurde unter anderem in Wittenberg und Coswig abgehoben – in jener Nacht, in der Ulf M. mit seiner Mutter telefoniert hatte.

Nach zehn Jahren in München hatte Ulf M. Ende des Jahres seine Wohnung aufgelöst, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen: ein ganzes Jahr lang nach Kambodscha und Asien reisen! Ulf M. wollte, so sagte er es seinen Freunden, seinen Horizont erweitern.

Der Informatiker, der in Hamburg und Montreal studiert hatte und zuletzt als Senior Consultant bei einem Ismaninger IT-Unternehmen arbeitete, wollte deshalb bei seinen Eltern seine Habe unterstellen. In dieser Woche wollte er zu seiner langen Reise starten.

Die Polizei hatte bereits mit Hunden und einem Hubschrauber nach dem Vermissten gesucht – zuletzt zwischen Roßlau und Coswig. Hier in dieser Gegend hatte ein Freund dessen Handy mit einer speziellen Software geortet .

Am Freitag meldeten sich dann Zeugen, die den Transporter in der Nacht auf Dienstag im Bereich zwischen Roßlau und Coswig mit zwei jungen Männern am Steuer gesehen haben wollen. Da war Ulf M. vermutlich schon tot.

Möglicherweise hat Ulf M. seinen Mörder als Anhalter an einer Tankstelle oder Rastanlage kennengelernt – und ihn in seinem gemieteten Transporter freundlicherweise mitgenommen …

Dorita Plange, Jacob Mell

Rubriklistenbild: © dpa

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