Vermittler von Ferienwohnungen

Prozessbeginn: 1,5 Millionen veruntreut?

München - Ein Vermittler von Ferienwohnungen am Gardasee muss sich seit Donnerstag wegen Veruntreuung von rund 1,5 Millionen Euro vor dem Münchner Landgericht verantworten.

Laut Anklage haben die italienischen Geschäftspartner der Münchner Firma des Angeschuldigten die Vermarktung ihrer Ferienwohnanlagen übergeben und sie zum Inkasso der Kaufpreise bevollmächtigt. Eine zeitnahe Weiterleitung des Geldes war vertraglich vereinbart. Von 2004 bis 2009 soll der 69 Jahre alte Angeklagte dies in 24 Fällen unterlassen haben, die Kunden büßten fünf- bis sechsstellige Beträge ein.

In einem Rechtsgespräch nach Verlesung der Anklage hat die Verteidigung erfolglos die Einstellung des Verfahrens beantragt. Der Angeklagte - Alleingesellschafter einer Kanzlei für internationale Unternehmensberatung - will deshalb zunächst keine Angaben machen.

„Die Wohnungen waren noch nicht verbrieft“, sagte eine Käuferin am Rande der Verhandlung, „ob wir je Eigentümer werden, steht in den Sternen.“ Mit dem Fall sind auch Zivilgerichte in Italien und Deutschland befasst. Der Strafprozess ist auf acht Tage angesetzt.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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