Klage gegen Schwabinger Klinikum

Arm verpfuscht: Simon L. bekommt 35.000 Euro

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Simon Leichtenstern stritt für sein Recht – mit Erfolg.

München - Endlich kann Simon Leichtenstern (20) aufatmen! Nach einer verpfuschten OP konnte er seinen linken Arm nicht mehr richtig bewegen. Er verklagte den Chirurgen – und bekam Recht.

2008 brach sich der junge Mann beim Fußball den Ellenbogen. Die anschließende Operation ging schief. Am Mittwoch bestätigte das Landgericht: Es lag ein grober Behandlungsfehler vor. Simon bekommt 35.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.

Rückblende: Im Sommer 2008 kickt Simon beim SV Am Hart in Milbertshofen. In der Saisonvorbereitung stolpert er am Rand des Fußballplatzes über eine Stange – und fällt auf den Betonboden neben dem Platz. „Es hat laut geknackt. Ich hatte große Schmerzen“, sagt er. Der Sanka fährt den Burschen ins Schwabinger Klinikum, dort soll der komplizierte Bruch gerichtet werden. Dafür muss der Chirurg den Arm unter Narkose erst strecken, dann zum rechten Winkel beugen und dort mit Drähten fixieren, damit das Gelenk ordentlich verwachsen kann. Dieser „Repositionsvorgang“ soll bei Simon aber schief gelaufen sein. „Eine wasserdichte Wiederherstellung ist bei dieser komplizierten Fraktur nicht möglich“, stellte ein Sachverständiger vor Gericht klar. Laut Urteil verwendete der Chirurg aber zu dünne Drähte – so wurde das Gelenk nicht stabil. Zudem verletzte der Mediziner der Ulnaris-Nerv, als er die Drähte in den linken Arm einführte.

„Meine Finger waren nach der OP taub“, sagt Simon. Sieben Wochen lang trägt er Gips – und wundert sich, dass der Arm sich immer noch komisch anfühlt. „Ein Orthopäde schickte uns dann ins Klinikum Rechts der Isar. Dort wurde der Behandlungsfehler erstmals erkannt“, sagt Vater Klaus (49). Simon muss Krankengymnastik machen – der Arm aber bleibt bewegungseingeschränkt, bis heute! „Ich kann meinen linken Arm nicht vollständig drehen und strecken. Der Arzt hat ihn verpfuscht.“ Fußball spielt Simon seither nicht mehr. Seinen ganzen Ehrgeiz steckt er in die Mechatroniker-Lehre. Simon: „Als Rechtshänder komme ich klar. Mir war wichtig, dass der Fehler anerkannt wurde.“

Andreas Thieme

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