Er wehrt sich

Verpokert: Polizist scheitert mit Klage

München - Ein Polizist spielt während seiner Arbeitszeit Poker - und wird erwischt. Deshalb wurde er nun verurteilt.

Sein Kollege war eigentlich auf dem Weg in den Urlaub, als er mittags nur noch kurz beim Italiener etwas essen ging – und dort seinen Augen kaum traute. Denn in dem Restaurant saß am Nachmittag auch Michael K. (51, Name geändert). Der Kriminalhauptmeister hatte eigentlich Dienst, soll nach Aussage des Kollegen aber munter Poker gespielt haben. Und zwar während seiner Dienstzeit…

Viereinhalb Monate später hatte diese Angelegenheit ein juristisches Nachspiel für den Polizisten. Weil er vom Freistaat mit 1500 Euro Geldbuße belegt worden war, klagte Michael K. am Freitag vor dem Verwaltungsgericht gegen den Freistaat, der ihm ein schweres Dienstvergehen zur Last legte. Zusätzlich soll der Polizist seinen dubiosen Ausflug versucht haben zu vertuschen.

Michael K. bestreitet Vorfall

Bis heute bestreitet Michael K. den Vorfall, bei dem er nicht ausgestempelt hatte und sich somit unerlaubt von der Arbeit entfernte. „Ich habe die ganze Zeit ermittelt“, redete er sich am Freitag raus. Angeblich habe er Wohnadressen überprüft, um Schein-Ehen aufzudecken.

Ein zweiter Fall belastet den Polizisten: Er soll ein Dienstfahrzeug unerlaubt auch privat genutzt haben, für einen Ausflug zu Freunden. Dumm nur: Er parkte es mitten auf dem Radweg. Tatsächlich flog die Sache aber erst deshalb auf, weil er das Fahrtenbuch nicht ordentlich ausgefüllt hatte – zum ersten Mal in 22 Dienstjahren. „Ich habe es offensichtlich vergessen“, sagt Michael K.

Das nützte ihm am Freitag aber wenig: Richterin Cornelia Sauter-Schwarzmeier wies seine Klage ab. Michael K. wird nun vorerst nicht mehr befördert und behält auch seinen Eintrag in der Personalakte der Polizei.

Andreas Thieme

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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