"Munich Mash": Verrückte Hunde

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Werden im Juli mit dabei sein: Die Action-Sportler Peter Henke (von links), Luc Ackermann und Bruno Hoffmann.

München - Die "X-Games" sind Geschichte. Mit „Munich Mash“ hat der Olympiapark nun einen Nachfolger gefunden. Red Bull soll den Erfolg des Spektakels im Juli garantieren. Was alles neu wird.

Sportarten, die der österreichische Getränkeriese Red Bull vermarktet, sind meist ein Spektakel – und gefährlich, manche sagen lebensgefährlich. Nachdem die Olympiapark GmbH (OMG) im Oktober überraschend das Aus der „X Games“ verkündete, war OMG-Chef Ralph Huber erst mal im „Zustand der Schockstarre“, wie er gestern sagte. Der amerikanische Sportsender ESPN hatte ohne Vorwarnung sein eigentlich auf drei Jahre ausgelegtes Engagement zurückgezogen. Ein neuer Partner musste her. Schließlich wollte man das Event nicht sterben lassen. Denn der Zuspruch für das Actionsport-Spektakel war mit 120 000 Zuschauern an den vier Veranstaltungstagen sehr gut.

Drei Säulen: Motocross, Mountainbike, BMX

Dass nun die „X Games“ einen Nachfolger für den 18. bis 20. Juli haben, ist auch Red Bull zu verdanken. Er ist der neue Partner im Boot der Veranstaltung, die künftig „Munich Mash“ (Munich Action Sports Heroes) heißt und erneut im Olympiapark ausgetragen wird. Red Bull ist bekanntlich bereits im Münchner Eishockey engagiert. Das neue Konzept basiert auf drei Säulen: Red Bull zeichnet für Motocross verantwortlich. Die besten Freestyle-Fahrer der Welt werden im Rahmen der „X-Fighters“-Weltserie nach München kommen und waghalsige Sprünge und Tricks zeigen. Der Kurs wird – man höre und staune – auf dem Olympiasee angelegt, mit Hilfe eines Schwimmkörpers, der fest verankert ist.

"Wir wollen das Niveau auf ein neues Level heben"

Außer Motocross sind ein Mountainbike- und ein BMX-Contest vorgesehen. Diese hat die OMG organisiert. Mit normalem Radfahren hat dies nichts zu tun, die furchterregend hohen Rampen verheißen Akrobatik pur. Organisationschef Frank Seipp verspricht: „Munich Mash wird den X Games in keinster Weise nachstehen. Im Gegenteil: Wir wollen das Niveau auf ein neues Level heben.“ Ziel sei es, die Veranstaltung „langfristig zu implementieren“. Seipp räumte aber ein: „Wir stehen unter Erfolgsdruck.“ Andererseits: In der Bulls-Lounge im Eisstadion überschlugen sich am Mittwoch sowohl Sportler als auch Organisatoren mit Lobeshymnen für die „Action-sport-Metropole München“. Der Olympiapark sei dafür ideal, hieß es. Auch Mitmach-Programme für die Zuschauer wie etwa Skaten sind geplant.

„X Games“ endeten mit finanziellem Plus

Dass Red Bull bei dem neuen Konzept eine „zentrale Rolle“ gespielt habe, wollte OMG-Chef Ralph Huber nicht verhehlen. Die OMG selbst plant mit einem Budget von bis zu 1,5 Millionen Euro. Laut Huber endeten die „X Games“ für den Olympiapark mit einem Plus von 200.000 Euro. Ein Umstand, der es ihm erleichtert haben dürfte, den Aufsichtsrat von der Nachfolgeveranstaltung zu überzeugen. Der Ausstieg von ESPN hatte im übrigen nichts mit dem Standort München zu tun. Die Amerikaner haben sich mit ihren „X Games“ generell aus Europa zurückgezogen.

Über das Risiko von Trendsportarten konnte man sich beim Foto-Shooting gleich ein Bild machen. BMX-Profi Bruno Hoffmann erschien trotz gebrochenem rechten Mittelfuß mit dicker Schiene. Vergangenes Jahr brach er sich den linken Fuß. Trainingsverletzungen, die ihn nicht davon abhalten, seiner Leidenschaft zu frönen: „Das passt schon, kein Problem. Im Sommer bin ich am Start.“ Verrückte Hunde eben, so wie es Red Bull gefällt.

Klaus Vick

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