800.000 Euro Schaden

Versicherungsvertreterin erfindet Atteste und Urkunden

München - Sie gaukelte mit gefälschten Attesten eine Vergewaltigung vor: Die Vertriebspartnerin eines Versicherungsunternehmens hat vor dem Münchner Landgericht zahlreiche Betrügereien weitgehend eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten, einer Vertriebspartnerin eines großen Versicherungsunternehmens für den Raum Altomünster, 45 zum Teil besonders schwere Fälle des Betrugs mit einem Gesamtschaden von rund 800.000 Euro vor. Zum Motiv will sich die gelernte Bankkauffrau erst später äußern.

Die 28-Jährige hatte laut Anklage und Geständnis seit 2012 verschiedenen Versicherungskunden mit Hilfe gefälschter Unterlagen vorgegaukelt, ihr Geld in Bausparverträge zu investieren. Tatsächlich überwies sie Kundengelder auf eigene Konten. Für sich selbst schloss sie auch viele Kranken- und Hausratsversicherungen ab, die sie dann für erfundene Krankheiten und Schadensfälle in Anspruch nahm.

In einem Fall beantragte sie Leistungen wegen Berufsunfähigkeit mit der Begründung, sie sei bei einem Kundentermin fünf Stunden vergewaltigt worden und leide seither an schwersten Depressionen. Auch dafür fälschte sie Atteste und Belege. Mit dem erschwindelten Geld kaufte sie laut Anklage ein Haus und stattete es luxuriös aus.

Bei der Angeklagten war 2008 die Verdachtsdiagnose Multiple Sklerose gestellt worden. Sie nahm Beruhigungsmittel in erheblichen Dosen. Ob dies mit den Betrügereien zu tun hat, ist unklar. Der Prozess ist auf fünf Tage angesetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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