1. tz
  2. München
  3. Stadt

Versteigerung abgesagt: Neuer Investor für Schrannenhalle

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Zankapfel in Top-Lage: Die Schrannenhalle. © Klaus Haag

München - Immer neue Wendungen im Ringen um die Schrannenhalle: Die für Mittwoch angesetzte Zwangsversteigerung ist abgesagt.

Offenbar gibt es einen neuen Investor, der die Forderungen der Deutschen Bank gekauft haben soll. Jetzt herrscht Rätselraten, wer der geheimnisvolle Käufer ist.

Lesen Sie auch:

Gibt es einen neuen Investor?

Die Mitteilung des Amtsgerichts war kurz: Die Zwangsversteigerung finde nicht statt, die Gläubiger hätten ihren Antrag zurückgezogen. Gründe seien nicht genannt worden. Eigentlich hätte die Schrannenhalle heute unter den Hammer kommen sollen, so wollte es die Deutsche Bank, Hauptgläubigerin der hochverschuldeten „Schrannenhalle KG“.

Anwalt Michael Scheele, der die Schrannenhalle KG vertritt, bestätigte, dass es eine Einigung zwischen seinem Mandanten, der Deutschen Bank und einem Investor gebe, weswegen die Versteigerung abgesagt worden sei. Wie die Einigung genau aussehe, werde man erst in einigen Tagen mitteilen.

Aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, dass der Investor nicht die Schrannenhalle selbst gekauft, sondern lediglich die Forderungen der Deutschen Bank übernommen habe, die auf rund 27 Millionen Euro geschätzt werden. Das würde bedeuten, dass die Schrannenhalle KG weiterhin Eigentümerin der Halle bliebe, nun aber keine Schulden mehr bei der Deutschen Bank, sondern beim neuen Investor hätte. Die Deutsche Bank wollte weder bestätigen noch dementieren, dass sie ihre Forderungen verkauft habe.

Nun herrscht auch unter vielen Beteiligten Rätselraten, wer der neue Investor sein könnte. Die Münchner Schörghuber-Gruppe dementierte gestern Spekulationen, der Käufer zu sein. „Nein, wir sind es definitiv nicht“, sagte Sprecher Bernhard Taubenberger. Die niederbayerische Unternehmensgruppe Karl wurde in der Vergangenheit ebenfalls als möglicher Käufer gehandelt. Geschäftsführer Günther Karl bestätigte gegenüber dieser Zeitung, nachrangige Forderungen von anderen Gläubigern gekauft zu haben. Ob er auch Forderungen der Deutschen Bank gekauft hat, dazu wollte sich Günther Karl nicht äußern. Er bestätigte aber Gespräche zwischen seiner Unternehmensgruppe und der Deutschen Bank.

Der dritte Unternehmer, der in der Vergangenheit als potenzieller Käufer der Schrannenhalle gehandelt wurde, der Leipziger Oliver Bechstedt, war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ein Investor, der die Forderungen der Deutschen Bank erworben hat, wird dadurch noch nicht Eigentümer der Schrannenhalle. „Der Investor steht dann an Stelle der Deutschen Bank und entscheidet, ob die Zwangsverwaltung der Schrannenhalle KG fortgeführt oder die Zwangsversteigerung erneut angestrebt wird“, sagte Zwangsverwalter Johannes Mauder. Abstimmen müsste er sich unter Umständen mit anderen Gläubigern.

Das fränkische Unternehmen „AGO AG“ hatte zum Beispiel ebenfalls einen Antrag auf Zwangsversteigerung gestellt. Laut Anwalt Johannes Fröhlich habe die Schrannenhalle KG noch rund 900 000 Euro Schulden bei der AGO. Man habe den Antrag nur zurückgenommen, weil man allein nicht die möglichen Kosten der Versteigerung von 50 000 Euro tragen wollte.

Jürgen Lochbihler, derzeitiger Mieter und Wirt der Halle, sieht dem Ganzen gelassen zu. Er könne für sich durch den Verkauf der Forderungen keine Veränderung erkennen. Er bleibe Mieter der Schrannenhalle KG.

Philipp Vetter

Auch interessant

Kommentare