Haft für Ufuk C. (21)

Verurteilt! Der Terror-Kämpfer muss in den Knast

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Sein Weg in den Terror endet in der Jugendhaft: Ufuk C. (21) trug das Urteil mit Fassung.

München - Er wollte in Syrien töten, um Teil des Heiligen Krieges zu sein. Monatelang hatte sich Ufuk C. (21) der Terror-Organisation Al-Nusra angeschlossen, um schwere Gewalttaten vorzubereiten. Dafür muss der Deutsche-Türke nun ins Gefängnis!

Das Oberlandesgericht verurteilte ihn zu drei Jahren und sechs Monaten Jugendhaft. In seiner 30-minütigen Urteilsbegründung beschrieb Richter Manfred Dauster Ufuk C. als „verführbar“ – durch seine Taten sei er aber schwerstkriminell. „Nur Mord und Totschlag werden härter bestraft“, stellte der Richter klar. Frustration und Perspektivlosigkeit sah er als Grund, dass Ufuk C. zum radikalen Islamisten geworden war. „Sie haben Ihr Berufsleben bisher nie in den Griff bekommen. Ich glaube auch nicht, dass Sie wissen, wie eine Waschmaschine funktioniert oder wie man kocht. Das wurde im Hotel türkische Mama stets für Sie erledigt!“ Ufuk C. sei sehr behütet aufgewachsen – viele Brüche hätten sein Leben aber geprägt. Obwohl seine Familie nicht besonders religiös war, radikalisierte er sich und entschloss sich im Frühjahr 2014, in den Heiligen Krieg zu ziehen: „Ja, ich wollte als Märtyrer sterben.“

Mit Kämpfern der Al-Nusra lebte Ufuk C. zunächst in Villen. Sein Einsatz als Dschihadist begann aber ausgerechnet als Küchenhelfer. Als nach Wochen die Grundausbildung begann, kaufte er sich von seinem wenigen Geld selbst eine Kalaschnikow. „So wollten Sie unter Beweis stellen, wie sehr Sie zu kämpfen bereit waren“, sagte Dauster. Später wurde C. dann in Waffentechnik ausgebildet – einen Treueeid leistete er allerdings nie. Und dennoch: „Sie haben den Koran falsch verstanden, wollten Ungläubige töten und Gewalt ausüben“, rügte der Richter. „Dass die Al-Nusra eine der gefährlichsten Terrorgruppen ist, wussten Sie genau.“ Selbst als Ufuk C. im Fastenmonat Ramadan zu seiner Schwester nach Istanbul gereist und von seinen Eltern bekniet worden war, habe er weiter in den Krieg ziehen wollen – „und zwar als vollwertiges Mitglied, nicht nur als Unterstützer.“ Dass Ufuk C. tatsächlich nie gekämpft hat, mindert seine Strafe nicht. Erst bei seiner Rückkehr Ende Juli 2014 wurde er am Münchner Flughafen verhaftet.

Die Jugendhaft sei auch eine Erziehungsmaßnahme, denn Ufuk C. sei reifeverzögert und noch immer gefährlich. Trotzdem stellte Richter Dauster eine Halbstrafenregelung in Aussicht, wenn C. ernsthafte Zukunftspläne vorweisen könne. Schon Anfang Januar könnte Ufuk C. also zur Bewährung den Knast verlassen, denn die zehn Monate U-Haft werden angerechnet. So könnte er bald vom Terrorkämpfer zum Azubi werden!

Andreas Thieme

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