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Sechs Monate nach seiner Verurteilung

Dieser Vergewaltiger ist immer noch auf freiem Fuß!

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Vor Prozessbeginn versteckte Paul K. sein Gesicht hinter einem Ordner.

München - Das Landgericht ist vonseiner Schuld überzeugt und verurteilte ihn im Oktober zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Ein halbes Jahr später ist der Sex-Täter aber immer noch auf freiem Fuß!

Auf brutale Weise vergewaltigte er eine junge Frau in der Goethestraße. Schleifte sie an den Haaren durch das Treppenhaus und verging sich im Keller an ihr. Das Landgericht ist von seiner Schuld überzeugt und verurteilte Paul K. (19, Name geändert) im Oktober zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Ein halbes Jahr später ist der Sex-Täter aber immer noch auf freiem Fuß!

„Er wohnt wieder bei seinen Eltern und hält sich dort oft im Garten auf. Ich habe ihn zuletzt auch hier in der Gegend gesehen“, sagt Ilona H. (57), eine Nachbarin aus dem Ort in der Nähe von Ulm.

„Viele Anwohner sind in Sorge, weil ein verurteilter Vergewaltiger hier einfach herumspazieren darf“, berichtet sie. „Gerade die jungen Frauen haben große Angst und laufen kaum noch alleine auf der Straße herum. Sie lassen sich lieber abholen, wenn sie abends nach Hause wollen.“

Nicht nur Ilona H. fragt sich: Wie kann das alles sein? Erst wurde Paul K. im August 2014 nach einem Jahr U-Haft entlassen. Grund: Die Jugendkammer des Landgerichts war überlastet und hatte den Prozesstermin zu spät angesetzt. Paul K. flog direkt in den Urlaub nach Ibiza. Zum Prozess er kam zurück und wurde verurteilt. Bis heute sitzt er aber nicht im Knast.

„Nach dem Urteil des Landgerichts haben seine Verteidiger Revision eingelegt“, sagt Gerichtssprecherin Andrea Titz. „Die Akten liegen nun beim Bundesgerichtshof.“ Dort wurde aber noch nicht abschließend über den Fall des Vergewaltigers entschieden. Deshalb sei das Münchner Urteil „noch nicht rechtskräftig“, erklärt Titz.

Weil keine Fluchtgefahr bestand, hatte Jugendrichter Reinhold Baier den Haftbefehl gegen Paul K. zudem aufgehoben. Der mutmaßliche Vergewaltiger darf sich also frei bewegen, bis der BGH entschieden hat. Bis dahin können nach tz-Informationen aber noch Monate vergehen – je nachdem, wie gut die Revision begründet und wie ausgelastet der Senat ist.

Ilona H. kann das kaum glauben. „Er ist ein Straftäter und gehört ins Gefängnis. Stattdessen wird er hier von seinen Eltern herumgefahren und verhält sich so arrogant und hochnäsig wie immer.“ Diese Aussagen fügen sich in ein Bild, das auch im Gerichtsprozess entstand. Dort kam heraus, dass Paul K. sein würgendes Opfer sogar noch beschimpft hatte – mit den Worten „Kotz mir nicht auf die Schuhe, die kosten 1000 Euro.“

In der U-Haft soll K. zu Wärtern gesagt haben: „Reiche kaufen sich ihr Urteil.“ Ob er damit Recht behält, muss nun die Entscheidung des Bundesgerichtshof zeigen.

Andreas Thieme

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