Verzweifelte Münchner: Über 200 Selbstmorde pro Jahr

München - Wer sein Leben nur noch als Last empfindet, sieht oft im Tod den einzigen Ausweg. In München nahmen sich im vorletzten Jahr über 200 Menschen das Leben.

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Wenn das Leben zur Qual wird“ – so überschreibt der Zentrale Schulpsychologische Dienst der Stadt München seinen Beitrag zur Depression. Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit, mangelndes Selbstwertgefühl und die ständige Angst zu versagen: Das sind Symptome einer Depression, und die können auch Jugendliche treffen, ja sogar Kinder. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe spricht von Schätzungen – denen zu Folge leiden etwa fünf Prozent der Bevölkerung an einer behandlungsbedürftigen Depression – rund vier Millionen Menschen. „Depressiv zu sein, ist eine existenzielle Bedrängnis und nur eingeschränkt kommunizierbar“, betonte Gesundheits­referent Joachim Lorenz anlässlich einer Konferenz zum Thema in München. „Die Krankheit kann im Extremfall sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.“

Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort

 
Robert Enke ist tot. © dpa
 
Er beging im etwa 30 km nordöstlich von Hannover gelegenen Neustadt-Eilvese Selbstmord. © dpa
 
Eilvese liegt ganz in der Nähe von Robert Enkes Wohnsitz. Er hinterlässt seine Ehefrau Teresa und eine acht Monate alte Tochter, die das Paar im Mai adoptiert hatte. © dpa
 
Laut Polizei warf er sich vor einen Zug. Die Fußball-Welt steht unter Schock. © dpa
 
Der achtmalige Nationalspieler war gegen 18.25 Uhr von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. © dpa
 
"Es war Selbstmord", sagte Enkes Berater Jörg Neblung der Deutschen Presse-Agentur dpa: "Über weitere Hintergründe möchte ich heute nicht sprechen, ich bitte um Verständnis." © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Der Leichenwagen am Unfallort. © dpa
Enkes Auto wird abtransportiert. © dpa
Rettungskräfte an der Unfallstelle. © dpa
Rettungskräfte an der Unfallstelle. © dpa
Robert Enkes Auto in Eilvese. © dpa
Der Unfallort. © dpa
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort © Getty
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort © Getty
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort © Getty

Wer sein Leben nur noch als Last empfindet, sieht oft im Tod den einzigen Ausweg. Fast 10 000 Menschen nehmen sich in Deutschland jährlich das Leben, warnt die Depressionshilfe. Das seien deutlich mehr als bei Verkehrsunfällen, durch Drogenmissbrauch, Gewaltverbrechen und Aids zusammengenommen sterben. „90 Prozent aller Suizide stehen im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung, meist einer Depression.“

Selbstmorde von Spitzensportlern

Ramiro Castillo, Oktober 1997: Der bolivianische Fußballer erhängt sich in La Paz in seiner Wohnung. Er litt nach dem Tod seines Sohnes unter schweren Depressionen. © Getty
Marco Pantani, Februar 2004: Der ehemalige Tour-de-France-Sieger aus Italien stirbt im Alter von 34 Jahren an einer Überdosis Kokain. Ein Brief an seine Familie deutet auf Selbstmord hin. © Getty
Mikael Ljungberg, November 2004: Der unter Depressionen leidende schwedische Ringer-Olympiasieger befand sich zur Behandlung in einer psychiatrischen Klinik in der Nähe von Göteborg. Der 34-Jährige hatte in Sydney 2000 Gold gewonnen. Im Januar 2002 beendete er seine Karriere wegen anhaltender Rückenprobleme. © Getty
Steffen Krauß, April 2008: Der ehemalige Fußball-Auswahlspieler der DDR stürzt sich aus dem sechsten Stock der Auer Heliosklinik. Der 43-Jährige lag dort wegen schwerer Verbrennungen, die er bei einer Gas-Explosion in seiner Schmiede erlitten hatte. © Getty
Adam Ledwon (r.), Juni 2008: Der ehemalige Profi des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen erhängt sich in seiner Wohnung in Klagenfurt. Der 34-jährige Pole hatte von 1997 bis 1999 beim Werksklub gespielt. © Getty
Christophe Dupouey, Februar 2009: Der unter Depressionen leidende ehemalige Mountainbike-Weltmeister begeht in seiner französischen Heimatstadt Tarbes Selbstmord. Der 40-Jährige war 2006 in Zusammenhang mit einem Dopingskandal zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. © Getty
Mike Whitmarsh, Februar 2009: Der amerikanische Beachvolleyballer bringt sich mit Autoabgasen in der Garage eines Freundes um. Der 46-Jährige hatte olympisches Silber bei den Sommerspielen 1996 in Atlanta geholt. © dpa
Arturo Gatti, Juli 2009: Der ehemalige Box-Weltmeister erhängt sich in einer angemieteten Ferienwohnung in Brasilien. Der Italo-Kanadier wird 37 Jahre alt. © Getty
Darren Sutherland (r.), September 2009: Der irische Box-Olympiadritte erhängt sich in seiner Wohnung in London. Ein mögliches Motiv des 27-Jährigen wird zunächst nicht bekannt. © Getty
Dimitri De Fauw, November 2009: Der 28 Jahre alte belgische Radprofi nimmt sich das Leben. Belgischen Medienberichten zufolge soll De Fauw seit Jahren depressiv gewesen sein, nachdem er 2006 beim Sechstagerennen in Gent in eine schwere Kollision mit dem Spanier Issac Galvez verwickelt gewesen war. Galvez starb damals an den Folgen seiner Verletzungen. © Getty
Robert Enke, November 2009: Der Fußball-Nationaltorwart nimmt sich das Leben, indem er sich in Neustadt am Rübenberge nahe Hannover vor einen Zug stürzt. Der 32-Jährige litt unter schweren Depressionen. © Getty

In München gingen im vorletzten Jahr 207 Menschen freiwillig in den Tod, registriert das Statistische Amt nüchtern und akribisch. 207 Schicksale, die von alles durchdringender Hoffnungslosigkeit sprechen. Manchmal sind es leise Abschiede, mit denen sich zutiefst niedergeschlagene Seelen, von der Öffentlichkeit unbemerkt, aus dem Leben schleichen. Es gibt aber auch spektakuläre Fälle, vergleichbar mit dem des verzweifelten Rentners, der am vergangenen Samstag im Ismaninger Schlosspark seine demenzkranke Frau und dann sich selbst erschossen hat. Das sind traumatische Anblicke für Zeugen, schwer zu ertragende Schicksalsschläge für Angehörige. Es stimmt wohl, was der Buchautor Holger Reiners (Das heimatlose Ich: Aus der Depression zurück ins Leben) sagt: „Wer an Depressionen leidet, will nicht sterben, er will tot sein.“ Er denkt offenbar nicht an die Gewalt, die er sich zufügt – und die Erfahrungen, die er anderen zumutet. Das gilt auch bei Lebensmüden, die sich, wie Robert Enke, vor einen Zug werfen. Solche Selbstmordfälle gibt es auch im Bereich der Münchner U- und S-Bahnen mehrmals im Jahr – 2007 waren es 17. In den Medien wird fast nie darüber geschrieben – weil solche Berichte früher häufig zu Nachahmungstaten führten.

Etwa 1300 Menschen erhoffen sich jährlich Unterstützung von der Beratungsstelle Arche – nur ein Bruchteil der Münchner, die sich mit Selbstmordgedanken tragen. Arche-Geschäftsführer Hans Doll schätzt, dass pro Jahr in der Stadt über 20 000-mal Menschen versuchen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. EinArgument dafür, wie ernst die Volkskrankheit Depression genommen werden muss, und wie wichtig es ist, dass Betroffene Hilfe suchen und finden.

Barbara Wimmer

Lebensmüde! So erkennen Sie die Alarmzeichen:

In seinem Abschiedsbrief hat sich Robert Enke entschuldigt, seine Mitmenschen über seinen Zustand in den vergangenen Wochen getäuscht zu haben, um seine Selbstmordpläne verwirklichen zu können. Suizid-Experten wie Hans Doll, Geschäftsführer des Münchner Vereins Arche zur Suizidprävention, sprechen hier vom „Entschluss-Stadium“. Doll unterscheidet drei Stadien und erklärt, woran Mitmenschen diese erkennen.

Die Alarmsignale:

1. Stadium – Erwägung:
Jemand stellt fest oder äußert, dass er nicht mehr leben will, wenn etwas eintritt – er etwa pflegebedürftig ist. Das machen viele Menschen einmal durch.

2. Stadium – Abwägung:
Die Todeswünsche werden konkreter, er macht vielleicht Andeutungen wie „Das macht keinen Sinn mehr“ oder „Warum das ganze noch?“. Etwa drei Viertel der Selbstmörder äußern ihren Wunsch vorher. Vielleicht stehen Selbsttötungsmittel wie Tabletten bereit. Weitere Signale: Schlaflosigkeit, vermehrter Alkohol- oder Drogenkonsum, Nervosität, extreme Stimmungsschwankungen. „Außenstehende sehen offensichtlich, dass der andere leidet“, sagt Doll.

3. Stadium – Entschluss:
Hat er den Entschluss endgültig gefasst, ist er plötzlich ruhiger, gelassen, gelöst, fast heiter. Die Umgebung denkt: „Ihm geht’s besser.“ Doll erklärt: „Es ist trügerisch: Er wirkt nur so, weil das Quälende der Entscheidung ein Ende hat.“ Ein paar Tage oder Wochen darauf folgt meist die Selbsttötung.

Wie können Angehörige hier eingreifen? „Veränderungen beobachten und denjenigen ansprechen, warum es ihm offenbar besser geht“, rät Hans Doll. Was aber, wenn der Betroffene lügt oder sich verstellt? „Wenn die Gründe nicht überzeugend wirken, muss man handeln.“

Wichtig sei, die Mauer zu durchbrechen. „Der Betroffene hat sich abgekapselt, um nicht von außen verunsichert zu werden. Deshalb müssen Außenstehende Ich-Botschaften senden und den anderen wieder in eine zwischenmenschliche Beziehung holen.“ Konkret könnten die Sätze lauten: „Ich möchte, dass du am Leben bleibst. Du bist mir wichtig“ oder „Ich mache mir Sorgen. Ich würde dir gerne helfen.“ Die letzte Möglichkeit: Die Polizei verständigen.

nba

Rubriklistenbild: © dpa

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