Die 81-jährige Seniorin ist seit 29. Dezember verschwunden

Verzweifelte Suche nach Tante Anna

+
Am Giesinger U-Bahnhof St. Quirin-Platz verliert sich die Spur von Anna Kratzer.

Ihre Wohnung in der Terofalstraße (Blumenau) – das war ihre kleine Welt. Hier fühlte sich Anna Kratzer (81) sicher und geborgen.

Die vermisste Anna Kratzer.

Und hier wollte sie auch wieder hin. Am 29. Dezember lief sie aus dem Harlachinger Krankenhaus weg. Suchhunde (sogenannte Mantrailer) verfolgten die Spur der vermissten Patientin von der Klinik bis zum U-Bahnhof St.-Quirin-Platz. Kurz davor endete die Spur. Seitdem hat niemand mehr Anna Kratzer gesehen.

Ihre Nichte Gudrun Kratzer macht sich die größten Sorgen: „Wir haben selbst gesucht und anhand ihres Telefonbuchs alle Bekannten angerufen. Doch niemand hat sie gesehen.“ Anna Kratzer arbeitete früher bei der Post. Sie reiste sehr viel, heiratete nie und lebte Zeit ihres Lebens allein. Ihre Wohnung war immer tipptopp, ebenso wie ihre Kleidung: „Meine Tante Anna ist eine wirkliche Dame und sehr eitel. Darum ließ sie sich auch nicht mehr fotografieren.“

In letzter Zeit jedoch litt sie unter fortschreitender Altersdemenz. Ihre Nichte hatte sich bereits um eine häusliche Betreuung bemüht. Am 19. Dezember stürzte Anna Kratzer und brach sich drei Rippen. So kam sie ins Harlachinger Krankenhaus.

Das Heimweh aber war stärker als ihre Schmerzen. Bereits am 23. Dezember verließ die Seniorin ihr Zimmer, irrte auf der Suche nach dem Ausgang durchs Haus: „Als man sie fand, war sie völlig desorientiert und hatte vergessen, wohin sie wollte.“

Am 29. Dezember zog die 81-Jährige erneut ihren Waschbär-Pelzmantel und ihre braunen Stiefel an, setzte den roten Hut auf ihre langen, weißblonden Haare und nahm die Handtasche mit. So lief die zierliche, 1,65 Meter große Frau hinaus in die Eiseskälte. Weil sie sehr rüstig läuft, fiel sie dort auch nicht weiter auf.Um 13 Uhr wurde ihr Verschwinden bemerkt. Ein Polizeihubschrauber flog mit der Wärmebildkamera alle Wälder und Grünflächen in Harlaching und der Blumenau ab. Doch Anna Kratzer blieb verschwunden. Ihre Nichte ist sehr traurig: „Meine Hoffnung ist, dass sie jemand zu sich genommen hat. Wenn sie aber draußen in der Kälte geblieben und vielleicht gestürzt ist, müssen wir mit dem Schlimmsten rechnen.“

Die Münchner Polizei (Telefon  089/2910-0) bittet um Hinweise, wer Anna Kratzer am 29. Dezember noch gesehen hat.

dop

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Mitten in Schwabing: Lichterloh brennender VW-Bus im Video - Zufall verhindert Schlimmeres
Mitten in Schwabing: Lichterloh brennender VW-Bus im Video - Zufall verhindert Schlimmeres
Brutale Gewalt gegen Polizeibeamte: „Ich entging dem Tod nur ganz knapp!“
Brutale Gewalt gegen Polizeibeamte: „Ich entging dem Tod nur ganz knapp!“
Münchner U-Bahn: Takt soll verdichtet werden, doch zwei Parteien blockieren den Vorschlag
Münchner U-Bahn: Takt soll verdichtet werden, doch zwei Parteien blockieren den Vorschlag
OB Dieter Reiter über die Altstadt der Zukunft: Kaum noch Autos, mehr Grün
OB Dieter Reiter über die Altstadt der Zukunft: Kaum noch Autos, mehr Grün

Kommentare