Im Berliner Magazin "Vice"

Sex und Snobs: Hass-Artikel über München

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Ist dieses Bild symbolisch für München? Die Promi-Damen Davorka Tovilo (links) und Alena Gerber vor der Nobel-Disco P1. 

München - In dem Artikel "Warum München wirklich die allerbeschissenste Stadt der Welt ist" giftet ein Berliner Magazin auf die Stadt. Sex und Snobs prägen die Stadt. Unsere Antwort:

Schon wieder fühlt sich eines dieser Nordlichter bemüßigt, Hassparolen in Richtung unseres Freistaates zu texten. Vor gar nicht allzu langer Zeit zog Spiegel-Online-Kolumnistin Silke Burmester über Bayern her. Die Dame, die irgendwie aussieht wie eine spaßbefreite Deutsch- und Sozialkundelehrerin, verstieg sich in ihrem Artikel gar zu der Forderung, eine Mauer rund um Bayern zu ziehen.

Nun lässt Georg Pechorin, Autor des ganz hippen Berliner Magazins "Vice" allerlei Bosheiten gegen unsere Hauptstadt München vom Stapel. Im Artikel "Warum München wirklich die allerbeschissenste Stadt der Welt ist", werden mal wieder die altbekannten Klischees über die Isarmetropole bedient: Überall nur Snobs, die aufs "Angeben und F*cken" aus sind - und im Prinzip eine charakterlose Stadt.

Und jetzt gehen die Berliner auf Uli Hoeneß los

Soll man sich den Autor eigentlich als superlässigen Berliner Hipster vorstellen, der vollbärtig, in ausgelatschen Turnschuhen und mit stark umrandeter Brille in einem Plattenbau schreibt? Man weiß es nicht. Denn im Gegensatz zu Spiegel-Online-Autorin Burmester findet man im Vice-Artikel kein Bild von Georg Pechorin.

Wir haben das "Vice"-Magazin am Montagnachmittag um ein Interview mit dem Autor gebeten. Nachdem wir am Dienstagmittag noch immer nichts von ihnen gehört haben, verfassen wir eben selber eine Antwort auf die Niederträchtigkeiten.

Münchens seelenlose Innenstadt

Seit dem Wiederaufbau Münchens in der Nachkriegszeit "hat man in der Münchner Innenstadt immer das Gefühl, man laufe in einem 1-zu-1-Modell einer anderen Stadt herum", schriebt der Autor. Und weiter "Alles sieht richtig aus, aber nichts fühlt sich echt an. Paradoxerweise verkörpert die gefälschte Architektur Münchens Seele besser als je zuvor: eine schöne Fassade, die ein schmutziges Geheimnis verbirgt."

Lieber Herr Pechorin, wir entschuldigen uns hiermit in aller Form für unsere Innenstadt-Perlen wie das Nationaltheater, die Theatinerkirche oder die Residenz. Tut uns auch leid, dass für viele Menschen noch immer der Spruch gilt, wonach München die nördlichste Stadt Italiens sei. Lebensfreude inklusive. Deswegen kommen die aus dem Süden auch so gerne zu uns.

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Ihr Berliner dürft natürlich stolz sein auf Euren ganz besonderen Charme. Wie heißt es doch in der legendären Kriminalkomödie "Plastinat, Schön" von Schriftsteller Wolfgang Zander? "Berlin ist groß, flach, hässlich und langweilig. Der einzige Berg Berlins ist ein Müllberg. Von den einen wird Berlin unter-, von den anderen überschätzt. Zu denen, die Berlin überschätzen, gehören die Berliner."

Die Promi-Szene

Ja, wir hören es nicht zum ersten Mal. Das Münchner Nachtleben ist versnobt und arrogant. Diese altbekannten Klischees breitet auch Georg Pechorin in seinem Artikel aus.

"Erinnert ihr euch noch an die zwei Grundprinzipien des Münchner Lebens? Genau: F'cken und Angeben. Darauf ist auch das komplette Münchner Nachtleben ausgerichtet."  Und da fallen ihm natürlich gleich ein paar Beispiele ein: "[D]as „legendäre“ P1 (in dem mittlerweile "Alle saufen umsonst, bis der Erste pissen geht"-Partys veranstaltet werden), das baby!, sogar die Billigvarianten Pacha und 089 funktionieren alle nach demselben Prinzip."

Offenbar war der Autor schon ein paar Jahre nicht mehr in München Feiern. Zu teuer? Wie dem auch sei: Jedenfalls hat das "baby!" vor über zwei Jahren dichtgemacht. Und die 'Alle saufen umsonst, bis der Erste pissen geht'-Partys gibt es im P1 auch schon über fünf Jahre nicht mehr. Man darf also davon ausgehen, dass Pechorin keinen Schimmer von der aktuellen Münchner Szene hat.

Deswegen darf man auch bezweifeln, ob es wirklich zutrifft, wenn er schreibt: "Wer sich das nicht leisten kann, muss in den „Kunstpark Ost“ (oder Kulturfabrik, oder irgendwie so), wo sich das restliche Volk tummelt. Die Clubs sind hier ein bisschen schäbiger, die Drogen von schlechterer Qualität, das Bier gibt es auch mal in Plastikbechern, aber im Grunde geht es um das Gleiche. Nur die Musik ist noch beschissener."

Aber in Berlin ist natürlich alles besser. Und die armen aber sexy Berliner sind ja so weltoffen und kein bisschen chauvinistisch, gell? Oder doch nicht? Wie schrieb der renommierte britische Journalist Roger Boyes, als er der Stadt den Rücken kehrte? "Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich mich in einen Berliner Mikrochauvinisten verwandelt hatte, einen Fast-Einwohner dieses Asterix-artigen Dorfes, das sich so entschieden gegen alles Ausländische und Merkwürdige zur Wehr setzt."

Gottesgericht über München

Zum Ende des Artikels wünscht sich Georg Pechorin sogar noch, dass der Untergang in Form eines Gottesgerichtes über München hereinbricht. "Na, dann steht dem Schwert Gottes ja eigentlich nichts mehr im Wege! Weg mit München."

Lieber Herr Pechorin, vor dem Gottesgericht bewahrt uns schon unser früherer Erzbischof Ratzinger, später Papst Benedikt XVI. Da müssen wir uns eher Sorgen machen, dass Berlin nach dem nächsten Christopher Street Day in einer biblischen Müll-Sintflut untergeht.

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Vielleicht lohnt es sich aber auch gar nicht, sich derart ausführlich mit den Berliner Bosheiten des "Vice"-Magazins zu beschäftigen. Vermutlich hat es Bayerns neuer Kult-Komiker Harry G am besten begriffen, wenn er auf seiner Facebook-Seite über den Artikel schreibt: "Ach Berlin (ach Vice), der Unterschied ist: Ihr schreibt's extra über uns, im Gegenzug seid's ihr uns völlig Wurscht. Also wer ist jetzt der Spießer? Genau, danke."

Was denken Sie über das München-Bild des Autors? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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Franz Rohleder

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