Video: Netrebko und Schrott beim tz-Besuch

München - Die Weltstars Anna Netrebko und Erwin Schrott haben am Montag die tz-Redaktion besucht - und sich dabei privat wie nie gezeigt. Die Sängerin präsentierte sich nicht nur sympathisch, sondern auch sehr sexy: das Video.

"Sag Erwin zu mir.“ Das klingt bei Erwin Schrott (38) alles andere als anbiedernd. Hat er auch nicht nötig. Schließlich ist er nicht nur einer der berühmtesten Bassbaritone unserer Zeit, sondern auch der Partner Anna Netrebkos (39). Man darf sich also auch als langjähriger Kultur­redakteur immer wieder wundern, wie locker, entspannt und „normal“ das Paar geblieben ist. Als Netrebko und Schrott – pardon: Anna und Erwin – am Montag vor der hochoffiziellen Pressekonferenz im Hotel Mandarin Oriental Rede und Antwort standen, sahen sie exklusiv in der tz-Redaktion vorbei.

Erwin zeigte zuerst einmal, dass er ein gutes Gedächtnis hat. Der 38-Jährige aus Uruguay zu Kulturredakteur Matthias Bieber: „Stimmt, ich kenne Sie. Wir saßen im Nationaltheater nebeneinander, vor zwei Jahren, als Anna erstmals die Mimi in der Bohème in München sang. Sie fragten mich, wie mir München gefällt, und ich erzählte Ihnen vom Englischen Garten, der schönen Atmosphäre und dass unser Sohn mit dabei war. Als Sie mir sagten, dass Sie von der Presse seien, sagte ich: Dann hätte ich Ihnen das gar nicht erzählt.“ Stimmt. Darf ich das heute schreiben? „Nein“, lacht er. Erschienen ist damals keine Zeile, war versprochen, und überhaupt: Das Privatleben wird nicht öffentlich zur Schau getragen. Aber ein bisserl was geht oiwei. Und je länger das Interview dauerte, desto mehr wurde aus dem bisserl eine ganze Menge. Fest steht schon beim Empfang vor dem Pressehaus: Die Chemie zwischen Anna und Erwin stimmt. Harmonisch wirken die beiden, vertraut und verliebt.

Ihr zweijähriger Sohn Tia­go Arua ist wieder in München dabei und genießt die Zeit. „Im Augenblick schaut er Hubschrauber im Deutschen Museum an“, sagt Netrebko. Und wuselt überdies ganz natürlich um die Orchestermusiker herum, wenn er den Eltern bei der Arbeit zuschaut. Im Zweifel: Händel oder Heli­kopter?, wollen wir wissen. Papa Erwin ganz diplomatisch: „Er würde einen Hubschrauber steuern und dabei Händel hören.“ Vielleicht noch ein Geschwisterchen für den Hubschrauber-Piloten? „Definitiv“, ist sich Schrott sicher, der bereits aus einer früheren Beziehung eine Tochter hat. Aber es hat noch ein bisschen Zeit, ergänzt Anna lachend: „Im Augenblick genieße ich noch üppige, schöne Dinner.“ Leicht ­kokettierend, schließlich macht die Star-Sopranistin eine prima Figur.

Übrigens auch als Mutter: „Anna ist eine ganz wunderbare Mutter, voller Geduld und Liebe. Unser Sohn Tiago ist ganz verliebt in sie“, meint Schrott. „Und er ist nicht der Einzige.“ Was keine Anspielung auf Kollegen sein sollte wie etwa Jonas Kaufmann, der auf dem Königsplatz mit dabeisein wird beim Klassik-Event (siehe rechts). „Wenn ich auf alle Kollegen Annas eifersüchtig wäre – das hätte ja kein Ende. Außerdem sieht Kaufmann nicht so gut aus wie ich. Sondern besser. Eifersüchtig bin ich natürlich trotzdem.“ Anna kichert: „Nach der Aufführung wird er Jonas umbringen.“ „Schließlich bin ich Latino“, ergänzt Schrott. Herr Kaufmann, die tz hat Sie gewarnt! Kleiner Trost von Erwin: „Ich bin zwar eifersüchtig, aber ich lächle dabei.“

In München fühlt sich das Paar pudelwohl. „Wir haben gerade heute darüber gesprochen, dass wir hier gut leben könnten, aber wir haben uns vor ein paar Jahren für Wien entschieden.“ Was hat sich für das Paar geändert, seit Tiago auf der Welt ist? „Vieles. Und alles ist besser. Es ist ein wunderbares Leben“, lacht Anna. „Bis auf zwei Kleinigkeiten: Ins Kino oder zum Bücherlesen komme ich nicht mehr.“

Und zum Deutschlernen? „Wir haben in diesem Jahr angefangen. Die Sprache ist sehr schwierig, aber wir arbeiten daran“, sagen beide. Dann steht ja einer Lohengrin-Premiere als Elsa in der Wagner-Stadt München nichts mehr im Wege? „Musikalisch reizt mich das sehr“, sagt Netrebko, „die Melodielinien liegen mir. Aber wie gesagt: Erst muss ich die Sprache können. Das ist für einen russischen und einen Latino-Kopf nicht so leicht.“

Umso leichter ist es, Kritik vom Partner anzunehmen. „Weil wir uns vertrauen. Erwin sagte erst am Montag: Deine Koloraturen sind aufwärts schwach, aber abwärts toll. Arbeite weiter daran!“ Ansonsten gelte: „Wir sind ganz normale Leute. Ich meine, wir sind verrückt, aber trotzdem ganz normal“, lacht Netrebko. Über Musik reden die beiden zuhause übrigens wenig.

Man glaubt’s. Sie hat es geschafft, sich nicht verheizen zu lassen. Und er ist erfolgreich und ziemlich entspannt. Der Erwin halt. Und die Anna.

Matthias Bieber

Klassik auf dem Königsplatz mit Netrebko, Schrott und Jonas Kaufmann

„Als ich das erste Mal so ein Live-Event unter freiem Himmel interpretiert habe, war ich furchtbar nervös“, erinnert sich Netrebko. Mittlerweile ist Spaß Trumpf. Drei Superstars der Klassik treffen sich am 29. Juli auf dem Königsplatz: Anna Netrebko, Erwin Schrott und Münchens Tenor-Star Jonas Kaufmann. Marco Armiliato leitet die Prager Philharmoniker. Das genaue Programm steht noch nicht fest. Anna: „Ich werde lauter neue Sachen singen.“ Erwin Schrott wird u. a. Tangos und Mozart-Arien vortragen (Don Giovanni, Nozze di Figaro). Wer dabei sein will: Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter der Telefonnummer 01805 / 969 000 555.

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