tz-Serie: Wie teuer ist München?

So viel Party gibt’s für 20 Euro

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Party im Max&Moritz.

München - Was bekommen Sie in München für 20 Euro? In der aktuellen Folge der tz-Serie erfahren Sie, was den Partygänger für seine 20 Euro erwartet.

München eilt der Ruf voraus, in Sachen Nightlife im bundesweiten Vergleich zum teuren Pflaster zu zählen. Als Beispiel wird dann gerne das P1 genannt. Von wegen! Wer zumindest solvent aussieht, abgefahren oder gut, kann hier die Nacht kostenlos durchtanzen. Klar, mit Schampus spritzen, ist hier mit 20 Euro nicht drin, da muss der Wasserhahn herhalten. Allerdings ist der Betrag hoch genug, um anständig zu feiern, je nach Lokal gibt’s dafür sogar bis zu einer Flasche Prosecco nebst zwei Longdrinks. Wer eher auf internationale DJs mit Chart-Erfahrung steht, kommt in der Münchner Nacht ebenfalls auf seine Kosten – einschließlich des ein oder anderen Drinks.

Hier eine Auswahl, was den Partygänger für seine 20 Euro erwartet:

Paradiso Tanzbar

Das Paradiso ist quasi kraft Geschichte Anlaufstelle für Münchens Paradiesvögel, im Vorgänger-Betrieb Henderson zählten unter anderem Barbara Valentin und Freddy Mercury (er drehte dort auch das Video zu Living on my own) zu den Stammgästen. Vom 20 Euro-Budget gehen je nach Veranstaltung bis zu fünf Euro Eintritt weg, für den Rest genehmigen wir uns einen Wodka-Bull (mit 5cl Schnaps, 9,50 Euro) und spülen mit einem Pils (3,50 Euro) nach. Stammgäste zahlen keinen Eintritt und können noch zwei Bier mehr trinken.

Rumfordstraße 2, Altstadt

www.paradiso-tanzbar.de

Max & Moritz

Sie nennt sich „Münchens Spaß- und Trinkgesellschaft“, die Freitag und Samstag – teils mit langer Schlange vor der Türe – im Max & Moritz einfällt – und an der Kasse bereits die ersten acht Euro des Budgets liegen lässt. Dafür sind die Getränkepreise studentisch günstig. Für unseren Zwanziger bekommen wir nach Abzug des Eintritts noch einen Gin-Tonic (5,50 Euro) und einen Wodka-Bull (6,50 Euro). Wer mehr auf Hopfen steht: Vier Pils (je 2,50 Euro) wären alternativ drin. Und man hätte trotzdem noch zwei Euro im Geldbeutel.

Maximiliansplatz 5, Altstadt

www.maxundmoritz.tv

Kölner Abend am 09.04.2013

Kölner Abend am 09.04.2013

Jack Rabbit

Münchens neuester Club im ehemaligen Atlantis-Kino bietet eine der schönsten Party-Locations der Stadt für Fans tanzbarer Elektro-Mucke auf zwei Areas und umlaufender Galerie. Wer dabei sein will, muss am Wochenende am Eingang erst mal sieben Euro abdrücken (Do. sechs Euro). Bleibt genug übrig, beim mit Hasenohren ausgestatteten Barpersonal noch zwei Wodka-Lemon zu je 6,50 Euro zu bestellen. Oder nur einen Wodka-Bull (7,50 Euro) und zwei Pils (0,33 l) oder Softdrinks für je 3 Euro.

Schwanthalerstraße 2, Ludwigsvorstadt

www.jack-rabbit.me

P1

Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Wer in Deutschlands bekanntester Diskothek im Haus der Kunst feiern will, beweist jenen teuren Geschmack. Das Gute daran: Der Eintritt ist auch nach fast 30 Jahren frei! Wer den Durst allerdings nicht nur am Wasserhahn der schicken Nassbereiche löschen will, bekommt für 20 Euro gerade mal einen Gin-Tonic (13,50 Euro) und ein kleines Helles (6,50 Euro).

Prinzregentenstraße 1, Altstadt-Lehel

www.p1-club.de

Nachtgalerie

Wahrscheinlich die günstigste Party-Location, um sich einen Hangover für den nächsten Tag zu leisten. Der Eintritt kostet zwar stattliche zehn Euro am Freitag (Motto: „Remmidemmi“) und Samstag („Musikverkehr“), dafür gibt’s das Bier (Becks, 0,33l), das Glas Prosecco und Shots bereits für einen Euro. Shots wie Limes oder der bei den Partygängern schwer beliebte „Ficken“ kosten nur 50 Cent. Für 20 Euro stellen wir also folgendes Party-Menü zusammen: Eintritt (zehn Euro), eine Flasche Prosecco (sieben Euro), ein Longdrink (1,50 Euro), ein Bier (ein Euro), ein Limes (0,5 Euro). Die Kopfschmerztablette am Tag danach geht allerdings extra.

Landsberger Straße 185, Laim

www.nachtgalerie.de

RemmiDemmi am 05.04.2013

RemmiDemmi am 05.04.2013

Neuraum

Münchens größte Diskothek ist vor allem bei Studenten schwer beliebt. Vier Clubs mit ebenso vielen Musik-Areas: Mainstream & Charts, Elektro, HipHop und Schlager. Der Eintritt kostet hier regelmäßig sieben Euro (nur in Ausnahmefällen gibt’s für Monster-Bookings einen Top-zuschlag), für die restlichen 13 erhält der durstige Partygänger zum Beispiel zwei Longdrinks (je sechs Euro) oder drei Bier (0,33 l Becks oder Augustiner, je zwei Euro) und eine Cola (zwei Euro).

Arnulfstraße 17, Maxvorstadt

www.neuraum.net

Q-Club

Sieben Areas, zwölf Bars, zwei Galerien: Der Q-Club in der Kultfabrik ist eine der größten Diskotheken der Stadt und im Osten „the place to be“. Fünf Euro gehen normalerweise vom Budget für den Eintritt weg (Tipp: Mädels haben Samstag bis 24 Uhr freien Eintritt), für den Rest genehmigen wir uns eine Caipirinha (4,50 Euro), einen Wodka-Lemon (6,50 Euro) und gegen Durst nach einer durchtanzten Nacht zwei kleine Flaschen Mineralwasser zu je 2,50 Euro.

Grafinger Straße 10 (Kultfabrik), Berg am Laim

www.qclub.de

5 für alle am 05.04.2013

5 für alle am 05.04.2013

Evergreen

Von jeher war das Evergreen am Stachus die Heimat für die reifere Jugend mit Schwof bei Rüscherl und Salzgebäck. Seit gut einem Jahr hat das Tanzlokal eine Frischzellenkur erhalten. Freitag ab 21 Uhr ist aber nach wie vor den Partygängern über 30 vorbehalten. Bei der Ü30-Nacht mit DJ Rainer „der Gute“ Mund am Plattenteller kostet der Eintritt fünf Euro, genauso viel kosten die Getränke-Specials Spritz und Hugo. Drei dieser Sommer-Drinks sind neben dem Eintritt also noch drin im Budget.

Neuhauser Straße 4, Altstadt

www.evergreen-muenchen.de

089-Bar

„Bei uns ist alles erlaubt außer Profilneurosenzurschaustellung und Stock im A ...“ ist das Motto der lässigen und vor allem beim Studentenvolk beliebten 089-Bar am Maximiliansplatz. Wer bis 22.30 Uhr am Wochenende aufläuft, kann den nach dieser Uhrzeit fälligen Eintrittsobolus in Höhe von sechs Euro zum Beispiel in einen Aperol-Spritz mit Weinschorle (sechs Euro) investieren. Aber auch sonst bleibt vom Budget noch genug übrig, um sich einen Wodka-Monaco (6cl Schnaps, Limette und Aqua Monaco, neun Euro) nebst einem Bier (vier Euro) zu genehmigen.

Maximiliansplatz 5, Altstadt

www.089-bar.de

München feiert - das Party-Wochenende in Bildern

5 für alle am 05.04.2013

Bullit

In den Räumen des einstigen Harry Klein Clubs auf dem Optimol-Gelände werden noch immer heftige Techno-Bretter verlegt, und weil die Party bis zum Vormittag geht, gibt’s meist mehrere, oft international renommierte DJs in der Nacht zu hören. Das Booking hat seinen Preis, zehn Euro bleiben bereits am Eingang hängen, dafür wird gefeiert, bis die Sonne längst aufgegangen ist. Die Getränke muss man sich dann allerdings einteilen: Für die restlichen zehn Euro gehen nur noch ein Jägermeister (zwei Euro) und ein Wodka-Bull (9,50 Euro) über den Tresen.

Friedenstraße 10 (Optimol), Berg am Laim

www.bullitt-club.de

EdMoses Bar

Eigentlich eher ein lässiger Elektro-Club, denn Bar, mit großzügiger Terrasse. Allerdings nur noch bis Ende des Jahres, dann wird das Gebäude generalsaniert. Weil das „Ed“ keinen Eintritt kostet, kann das Budget voll in Getränke investiert werden: für 20 Euro kredenzt der Barkeeper erst mal einen Spritz (5,50 Euro), gefolgt von einem gut eingeschenkten Longdrink (z. B. Wodka-Cranberry, 8,50 Euro). Gegen Durst gibt’s dann noch zwei Wasser (je drei Euro).

Prinzregentenstraße 2, Altstadt-Lehel

www.edmosesbar.de

Pacha

Der München-Ableger des ibizenkischen Disco-Franchise präsentiert sich dieses Frühjahr runderneuert – einschließlich neuer Sound-Anlage und gepimpter Terrasse. Die Hälfte der zwanzig Euro lassen wir bereits an der Eintrittskasse, dafür geben internationale DJs wie David Morales, Boy George oder Take That-Sänger Howard Donald den Ton an. Für die restlichen zehn Euro erhalten wir immerhin noch einen Wodka-Bull (8,50) oder zwei Bier (je 3,50 Euro) samt Trinkgeld – wofür wir auch noch ein Lächeln der hübschen Barkeeperin bekommen.

Maximiliansplatz 5, Altstadt

www.pacha-muenchen.de

Von Thomas Osswald

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