Riesenstress nach Stromausfall

Viele saßen in Aufzügen fest: Retter berichten

München - Zahlreiche Münchner waren am Donnerstag in Aufzügen eingeschlossen. Die tz sprach mit den Rettern: Monteure und Feuerwehrler arbeiteten im Akkord.

Aufzugsmonteur James Haryn (46) arbeitete im Akkord, um alles wieder in Gang zu bringen. Die Feuerwehr befreite 50 Personen

Als James Haryn (46) gegen 7 Uhr zur Arbeit fährt und das Radio einschaltet, weiß er: „Oh, oh, das wird ein harter Tag heute.“ Haryn ist Aufzugs-Monteur bei der Firma Riedl Aufzüge – und damit einer der Retter in der Not am Chaos-Tag. 300 Notruf-Meldungen gingen bis 8 Uhr allein in der Notrufzentrale seiner Firma ein, bis 11 Uhr waren es rund 1000.

Der Monteur erklärt: „Die meisten Aufzüge – vor allem die neueren – haben ein sehr komplexes Sicherheitssystem. Um ganz sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist, müssen die Aufzüge manuell neu gestartet werden, auch wenn der Strom wieder läuft.“ Seine Firma hat unter anderem Aufzüge im Klinikum Rechts der Isar wieder in Gang gebracht. Obwohl alle Monteure im Akkord arbeiteten, zogen sich die Arbeiten vielerorts bis in den späten Nachmittag.

Blackout in München: Chaos nach Stromausfall

Blackout in München: Chaos nach Stromausfall

Schneller musste es gehen, wenn Personen eingeschlossen waren – sie wurden größtenteils von der Münchner Feuerwehr befreit. „Bei uns gingen 50 Alarm-Meldungen von Personen ein“, berichtet Karl Pieterek. „In den meisten Aufzügen war es stockdunkel – viele Anrufer waren beunruhigt.“ Von allen Wachen rückten die Retter aus. Vor Ort aber mussten die Eingeschlossenen trotzdem oft noch bis zu 20 Minuten warten. „Wir müssen erst den Maschinenraum finden, dann die Seile sperren“, sagt Pieterek. „Und schließlich müssen wir die Treibscheibe von Hand so lange bewegen, bis der Aufzug im Stockwerk angelangt ist.“

Seine Männer haben ein komplettes Set mit speziellen Schlüsseln dabei, um die Türen zu öffnen und die Münchner zu befreien. „Zur Not müssen wir mit der Zange ran“, sagt der Feuerwehr-Sprecher. Hauptsache, es geht schnell. „Denn da drin zu stecken, das wünsche ich niemandem.“

 

Weitere Artikel

Der Live-Ticker zum Nachlesen

Uniklinikum eine Stunde am Notstrom-Tropf

Mitarbeiter in allen Rathaus-Aufzügen gefangen

User-Reaktionen: "Nichts passiert! Alle leben noch"

Die Online-Redaktion unter Hochspannung

Stromversorgung: Experte schlägt Alarm

Immer wieder Blackouts in München

Blackout: Wie Twitter den Münchnern half

Blackout: "In 9 Monaten Nachwuchs melden"

So kam der Strom wieder in die Stadt

So kam der Strom wieder in die Stadt

Rubriklistenbild: © Götzfried

Auch interessant

Kommentare