Heiße Phase der Sanierung

Münchens Viktualienmarkt bekommt umfangreiche Modernisierung - Das soll sich alles ändern

Der traditionsreiche Münchner Viktualienmarkt wird umfangreich saniert
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Der traditionsreiche Münchner Viktualienmarkt wird umfangreich saniert.

Der Viktualienmarkt wird grundlegend saniert. Ein Architektenbüro aus München kümmert sich um die Modernisierung. Was geplant ist - und worauf geachtet werden soll.

München - Gemütlich schlendern die Münchner von Standl zu Standl, manche verbringen hier ihre Mittagspause, andere erledigen ihre Einkäufe. Der Viktualienmarkt - er gehört zum Münchner Lebensgefühl dazu. Mitten drin: Kommunalreferentin Kristina Frank und Architekt Rainer Hofmann, die angeregt in ein Gespräch vertieft sind. Kein Wunder, die beiden haben große Pläne für den beliebten Markt. Es geht um die lang geplante Sanierung des Viktualienmarkts - und jetzt startet die heiße Phase!

Hofmanns Architektenbüro Bogevischs hatte bereits die Machbarkeitsstudie ausgearbeitet, nun hat es den Auftrag für die geplante Sanierung bekommen. Und damit wird es jetzt konkreter: Bereits am Donnerstag werden er und sein Team zum ersten Mal die Standl sichten. „Wir müssen die Bausubstanz begutachten und gucken, womit wir es zu tun haben“, so Hofmann. Wie das aussehen könnte, zeigt Hofmann am Info-Standl, wo auch die Marktaufsicht zu finden ist. Hier wurden für die Studie die Lagerkästen entfernt, zum Vorschein kam das Innenleben des Baus. „So ausführlich werden wir das nicht bei allen Ständen machen, keine Sorge“, sagt Hofmann mit einem Lachen. Es gäbe aber einen Eindruck von der nun anstehenden Arbeit, denn: „Jedes Standl ist anders“, betont der Architekt. Einen davon wird es jedoch bald nicht mehr geben - eine Institution steht vor dem Aus.

Münchner Viktualienmarkt soll mehr Sitzmöglichkeiten bieten - Und bessere Müllentsorgung

Nichtsdestotrotz haben Hofmann und sein Büropartner Ritz Ritzer bereits zugesagt, zum größten Teil mit den vorhandenen Bauten zu arbeiten. Ein Wagnis, wie der Architekt zugibt. „Aber wir werden für alles eine Lösung finden“, ist sich der Architekt sicher. Drei Besichtigungsdurchgänge wird es in den Sommermonaten geben, unter anderem auch mit Holzbauspezialisten. Sie sollen Fragen klären wie: Ist der Balken noch tragfähig oder muss die ein oder andere Decke verstärkt werden?

Gemeinsam schlendern Frank und Hofmann in Richtung Karl-Valentin-Brunnen. „In diesem Teil, dem Abschnitt zwei, haben wir den größten Spielraum“, erklärt Hofmann und bleibt zwischen dem Café Nymphenburg Sekt und Blumen Inge Rainer stehen. Außerdem sollen hier sowie zwischen der Westenrieder- und Frauenstraße (dem Bereich sechs) die Keller großflächig ausgebaut werden. „So schaffen wir mehr Platz zum Lagern, für die Technik und vor allem auch für Sanitäranlagen“, erklärt Kommunalreferentin Frank. Denn gerade die fehlen für die Besucher bisher komplett.

Auch zusätzliche Sitzmöglichkeiten sollen dann entstehen. „Man sieht es ja, die Münchner sitzen auf Vorsprüngen und Brunnen, weil es nicht genügend Bänke gibt“, sagt Kristina Frank. Auch die Müllentsorgung soll neu organisiert und der Markt hygiene- und sicherheitstechnisch auf den neusten Stand gebracht werden. Zusätzlich sollen die Beleuchtung und die Barrierefreiheit künftig optimiert werden. Wie und wo genau, das werden die kommenden Untersuchungen zeigen. 2023 soll der Stadtrat über den Projektauftrag entscheiden. In alle Planungsschritte sind die Händler mit eingebunden, wie Kristina Frank betont. „Denn sie bringen schließlich das Lebensgefühl auf den Markt“, ergänzt Rainer Hofmann.

München verabreicht Viktualienmarkt eine Sanierung - Was der Stadt „sehr wichtig“ ist

Die Sanierung des Viktualienmarkts (um die es Verwirrung nach einem TV-Bericht gegeben hatte) - eine Mammutaufgabe. „Uns ist bewusst, dass die Arbeiten viel Aufmerksamkeit bekommen werden“, sagt Frank. Deshalb hätten sie auch nicht hier begonnen, sondern mit kleineren Märkten, wie dem Elisabethmarkt. „Dinge, die dort gut funktioniert haben, können wir für den Viktualienmarkt übernehmen.“ So wie die Interimsstände. Die wird es auch hier geben. Schließlich sollen alle Arbeiten bei laufendem Betrieb geschehen, in vermutlich sechs bis zehn Bauabschnitten. „Wir werden einen festen Standort für die Interimsstände festlegen“, erklärt Frank. Das soll auch den Bürgern von München* entgegenkommen. „So weiß jeder, wo er sein Standl findet, wenn dieses gerade saniert wird.“

Das rege Treiben auf dem Viktualienmarkt soll schließlich weitergehen - und sein Charme erhalten bleiben. „Das ist uns sehr wichtig“, betont Kristina Frank. Wer befürchtet, dass am Viktualienmarkt künftig moderne Architekturelemente oder gar Glasbauten zu finden sind, kann aufatmen. „Im Grunde soll alles so bleiben, wie es ist“, erklärt Frank. „Nur eben etwas optimiert.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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