Angst wegen freien Zufahrten

Terror auf dem Viktualienmarkt: Marktleute fordern Poller

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Nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag von Berlin 2016 wurde auch in München die Sicherheitsstufe erhöht. Nachholbedarf herrscht allerdings auf dem Viktalienmarkt, wenn es nach den Händlern geht.

München - Mehrere Christkindlmärkte sind in diesem Jahr durch Betonsperren vor möglichen Terroranschlägen durch Lkw geschützt. Der Viktualienmarkt mit seinem Winterzauber, immerhin 30 Buden, liegt jedoch völlig ungeschützt im Herzen der Stadt. Das stößt manchen Händlern auf. „Wir haben Angst, dass etwas passieren könnte“, sagt Elke Fett, Sprecherin der Marktleute.

Im Rahmen eines neuen Sicherheitskonzepts beschloss die Stadt München, offene Zufahrten auf fünf Christkindlmärkten mit Pflanztrögen und Betonkübeln zu blockieren – so sollen Anschläge wie der im Dezember 2016 am Breitscheidplatz in Berlin verhindert werden. Nicht nur die Zufahrten zum Christkindlmarkt am Marienplatz wurden gesperrt, auch an anderen exponiert gelegenen Weihnachtsmärkten wie in Bogenhausen, am Harras, am Rotkreuzplatz und am Weißenburger Platz wurden Sperren aufgestellt. Allerdings nicht am Viktualienmarkt – hier betreiben die Markthallen, die zum Kommunalreferat gehören, den Winterzauber mit 30 Holzbuden samt Eisstockbahn. „Es ist unbegreiflich, dass die Stadt an unserem weltberühmten Markt nichts aufstellt“, sagt Fett.

Der neue Viktualienmarkt: Das wünschen sich die Münchner

„Offenbar reagieren Verantwortliche erst, wenn etwas passiert ist“

Zwei freie Zufahrten beunruhigen manche Marktleute: Das Rosental im Westen und die Blumenstraße im Süden. „An beiden Stellen könnte ein Lkw auf der Straße beschleunigen und über den Markt bis in den Biergarten rasen“, sagt Elke Fett. Auch Markthändler Uwe Luber von Uwes Kartoffelstandl versteht nicht, warum es hier keine Sperren gibt: „Heutzutage ist das leider nötig. Aber offenbar reagieren die Verantwortlichen erst, wenn etwas passiert ist.“ Auf Nachfrage sagte Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR): „Die Landeshauptstadt München prüft in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium München fortlaufend die Gefährdungssituation für Gebäude, Plätze, Straßen, Wege und Veranstaltungen und handelt entsprechend.“ Nach der Einschätzung war am Viktualienmarkt eine Sperrung offenbar nicht nötig.

Polizeisprecher Sven Müller: „Das ist leider immer eine Risikoabwägung: Wenn es wie am Viktualienmarkt etwa Lieferverkehr gibt oder Rettungswege unzugänglich wären, ist es nicht umsetzbar.“ Immerhin: Im kommenden Jahr entscheidet der Stadtrat über dauerhafte Schutzmaßnahmen an besonders exponierten Plätzen. KVR-Sprecher Mayer: „Ob der Viktualienmarkt dazu zählt, kann derzeit noch nicht beantwortet werden.“

Unterdessen prüft die Münchner Stadtverwaltung, ob auch die Fußgängerzone künftig mittels Pollern besser geschützt werden soll. Hintergrund ist ein Antrag der CSU.

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