Beginn nicht vor 2017

Viktualienmarkt: Sanierung muss noch warten

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Die Sanierung am Viktualienmarkt lässt weiter auf sich warten. Die Standl-Besitzer sind frustriert.

München - Marode Standl, kaputte Keller, Stahlstützen gegen die Einsturzgefahr: Der Ärger am Viktualienmarkt ist riesig – und wird zum Dauerzustand. Vor 2017 geht wohl nichts!

Die Stadt will ihre gute Stube nicht so schnell wie möglich, sondern erst nach den Märkten in Schwabing und Pasing auf Hochglanz bringen!

Am Donnerstag soll der Stadtrat hinter verschlossenen Türen die städtische Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) mit den nächsten Schritten der Sanierung betrauen – nach tz-Informationen aber nur für die kleinen Märkte in Schwabing und Pasing. Die Mutter aller Märkte im Zentrum soll danach folgen. Mit einer Sanierung wäre dann nicht vor 2017 zu rechnen.

Der Grund: Die Markthallen München, zu denen die Lebensmittelmärkte gehören, sind völlig überfordert. „Wegen fehlender personeller Ressourcen ­konnte das Projekt seit September 2011 inhaltlich kaum weiter bearbeitet werden“, schreibt Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) den Stadträten!

Dafür pressierte es jetzt in Pasing und Schwabing – angeblich mehr als am Viktualienmarkt: In Pasing machen Dächer und Brandschutz immer größere Probleme, außerdem wird das Zentrum derzeit ohnehin umgebaut. In Schwabing kommt der Zeitdruck für ein neues Nutzerbedarfsprogramm von den Stadtwerken, die am Elisabethplatz ihr Umspannwerk verkleinern, um 150 Wohnungen zu bauen. Die Markthallen versprechen sich davon Synergieeffekte. Noch immer ist unklar, ob die Stadtwerke dort nur Luxuswohnungen bauen.

Am Viktualienmarkt vergammeln die Standl: Schon vor zwei Jahren hatte ein TÜV-Gutachten ergeben, dass die meisten eigentlich abgerissen gehören. Sub­stanz, Technik, Sicherheit – überall Probleme. OB Christian Ude (SPD) hatte die Sehenswürdigkeit einst als „Zeltlager am Hindukusch“ gegeißelt. Allein um den Betrieb aufrecht zu halten, müssen die Markthallen rund 2,4 Millionen Euro in Brandschutz und Co. stecken.

Marktchef Boris Schwartz bestätigt der tz die Pläne. Die Sanierung verschiebe sich letztlich um ein Jahr. „Wir halten das für vertretbar“, sagt der frühere Grünen-Stadtrat. Die SPD will eine Verschiebung vermeiden, stimmt dem Plan aber zu. Kommunalsprecherin Ulrike Boesser sagt: „Der Viktualienmarkt ist schwieriger als die anderen Märkte.“

Die CSU protestiert. „Das muss schneller gehen“, fordert Stadtrat Georg Schlagbauer, der als Metzger am Markt selbst betroffen ist. „Je länger das dauert, umso mehr kostet es doch. Das zeigt sich ja gerade an der Großmarkthalle.“

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David Costanzo

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