Viktualienmarkt: Zwei Drittel der Stände sind zu

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Frieren stoppt die Verkaufslust: Viele Standlbesitzer machen dicht

München - Schlotter, Bibber, Zitter: Die Killer-kälte und Hoch „Dieter“ halten München weiter fest im Griff. Auf dem Viktualienmarkt trotzen nur wenige Standlbesitzer der klirrenden Kälte – und das ist nicht billig!

Schlotter, Bibber, Zitter: Die Killer-kälte und Hoch „Dieter“ halten München weiter fest im Griff. Auf dem Viktualienmarkt trotzen nur wenige Standlbesitzer der klirrenden Kälte – zwei Drittel der Stände sind geschlossen!

„Es ist zu kalt, man erfriert fast. Und die Kunden bummeln bei dem Frost auch nicht freiwillig“, sagt Marktsprecherin Elke Fett . Viele Produkte halten die Minusgrade nicht aus. Besonders Schnittblumen lassen bei der Kälte die Köpfe hängen und der Käse gefriert nach kurzer Zeit auf Minus sieben Grad.

"Unsere Blumen müssen wir heizen, sonst erfrieren sie. Bis minus zehn Grad können sie draußen neben dem Heizstrahler stehen, aber in diesen Tagen kommen sie rein. Auch nachts lassen wir die Gasheizung an, damit eine konstante Wärme herrscht. Auf dem Weg vom Laster zum Stand packen wir den Schnitt in Holzkisten und dicke Decken ein. Ich selbst trage Skiunterwäsche und fünf Lagen Kleidung drüber."Kristina Mattersteig (20), Blütenrein

Wer dennoch seinen Stand betreibt, muss für ein bisschen Wärme tief in die Tasche greifen: Eine Gasflasche kostet um die 20 Euro. „Und an solchen Tagen verbraucht man drei bis vier Flaschen, um einigermaßen zu wärmen“, weiß Fett. Ihren Stand sperrt die Münchnerin erst wieder auf, wenn die Null-Grad-Grenze erreicht ist. Doch das wird noch dauern: Laut den Wetterexperten bleibt der Dauerfrost in den nächsten sieben Tagen erhalten, hinzu kommen ein Paar Zentimeter Schnee. Dirk Mewis vom Deutschen Wetterdienst: „Ab Mittwoch wird es um die Mittagszeit mit minus sechs Grad ein bisschen wärmer, nachts regiert der strenge Frost und die Kaltluft bleibt bestehen.“

Mütze, Schal und Handschuh bleiben Dauerbegleiter der Münchner. Viele flüchten sich außerdem schlotternd in die angrenzende Schrannenhalle. „Durch die Kälte zieht der Verkauf an“, freut sich Sebastian Weitz vom Tiroler Bauernstandl. Wirklich glücklich über die Bibber-Kälte ist nur der lebensgroße Eisbär Lars am Standl von Elke Fett: „Die Leute fotografieren ihn wie verrückt.“

Und Lars wird sein Lächeln trotz Minusgraden nicht gefrieren. Ansonsten läuft der Viktualienmarkt frostbedingt auf Sparflamme.

Christina Lewinsky

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