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Virus-Alarm in München - „Alle Kliniken sind voll“

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Von: Leoni Billina

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Vor allem Kleinkinder sind von einer Infektion mit dem RS-Virus betroffen
Vor allem Kleinkinder sind von einer Infektion mit dem RS-Virus betroffen © dpa/Marijan Murat

Kaum ebbt Corona ab, da läuft schon die nächste Krankheitswelle durch München - und die macht den Medizinern Sorgen

Es geht um Infektionen mit dem sogenannten Respiratorischen Synzytial-Virus (RS), einer Atemwegserkrankung. Ansteckungen mit dem RS-Virus verlaufen laut Robert Koch-Institut zwar meistens harmlos, bei Säuglingen und Kindern kann das Virus jedoch für lebensbedrohliche Zustände sorgen.

In einigen Bundesländern – darunter auch Bayern – gebe es schon jetzt kaum ein freies Kinderbett in Kliniken mehr, sagte Florian Hoffman, Oberarzt im Haunerschen Kinderspital. Und zum Anstieg der Infektionszahlen: „Es ist keine Kurve mehr, sondern die Werte gehen senkrecht nach oben!“

Heuer ist die Infektionswelle besonders stark

Zwar kommt es jedes Jahr in den Herbst- und Wintermonaten zu einem Anstieg von Atemwegserkrankungen bei Kindern, allerdings: „In diesem Jahr ist diese Infektionswelle besonders stark. Die Kinderkliniken sehen sich nicht nur einer hohen Zahl von hilfesuchenden Kindern und Familien gegenüber, sondern auch Kindern mit schwereren Krankheitsbildern“, sagte Professor Christoph Klein, Direktor der Klinik für Kinderheilkunde im Haunerschen Kinderspital.

„Am Donnerstag hatten wir eine absolute Notsituation“, sagt auch sein Kollege Professor Johannes Hübner. „Ein Kind musste über längere Zeit bei uns in der Notaufnahme bleiben, weil wir im Haus und auch sonst in Bayern keinen Platz gefunden haben.“ Derzeit habe sich die Lage zwar wieder etwas entspannt, „aber morgen kann es wieder ganz anders aussehen“.

Symptome wie bei einer Erkältung

Die Symptome einer RS-Infektion ähneln denen einer Erkältung: laufende Nase, Husten, erschwertes Atmen. Auch ist es normal, dass es gerade im Winter zu einer erhöhten Anzahl an Infektionen kommt, allerdings nicht im derzeitigen Ausmaß.

Hübner erklärt sich die Welle folgendermaßen: Normalerweise machen Kinder die Erkrankung in den ersten zwei Lebensjahren durch und bilden dadurch Antikörper. „Durch die Corona-Maßnahmen der vergangenen Jahre ist das ausgeblieben. Jetzt haben wir mehr Kinder, auch ältere, die das Virus das erste Mal haben.“

Hinzu kommt der alarmierende Mangel an Pflegekräften. „Wir hätten Betten, zurzeit auch die nötigen Ärzte, aber 20 bis 30 Prozent der Betten können nicht belegt werden, weil wir das Personal nicht haben“, sagt Hübner.

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